Lese, dass Mark Zuckerberg bereit ist, KI-Spitzenkräfte mit Gehältern von über 100 Millionen Dollar zu ködern.
Was uns das sagen will: Ein privates Unternehmen – Meta – will nicht einfach bei der generativen KI von heute mitspielen, sondern an vorderster Front mitmischen bei dem, was morgen als Superintelligenz gelten könnte.
In den USA herrscht ein Wettlauf um den ersten Platz, während Europa nicht einmal einen Platz an der Seitenlinie zu haben scheint.
Auch nicht die Schweiz, deren Politik in Bern lieber für alles Mögliche ein Moratorium erlässt – während die USA im Begriff ist, die Vorherrschaft über das Denken zu erobern.
Begünstigt wird das durch ein System, das zentrale Entscheidungen per Präsidentendekret trifft – ohne grosses Parlamentspalaver, dafür mit strategischer Zielklarheit.
Denn machen wir uns nichts vor: Wer eine künstliche Superintelligenz kontrolliert, kontrolliert potenziell alles – Märkte, Narrative, Technologien, Staaten. Die Fantasie, eine dem Menschen überlegene Entität zu beherrschen, übertrifft den uralten Traum: Nicht nur gottgleich zu werden, sondern die Regeln des Spiels überhaupt neu zu schreiben.
Zuckerberg setzt ein Signal, das Europa aufschrecken sollte. Wer mit solcher Rücksichtslosigkeit Millionen in Einzelpersonen mit einem exklusiven Know-how investiert, denkt nicht in Produkten – sondern in Supermachtfantasien.
Die eigentliche Frage lautet deshalb: Ist Europa überhaupt noch in der Lage, diesem Wettrüsten etwas entgegenzusetzen – regelbasiert, demokratisch legitimiert, strategisch ausgerichtet?
Ich denke – ja, wir sind ja nicht dumm.
Doch dazu müsste Europa den Willen aufbringen, politische, finanzielle und wissenschaftliche Macht zu bündeln, kurz: tatsächlich europäisch zu denken und zu handeln.
Die Schweiz – Nobelpreisträgerland mit 28 eigenen und weltweit über hundert Preisträgern, die in Verbindung zu hiesigen Forschungsstätten stehen – könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen.
Allein: Wer die Diskussion um die Bilateralen III und Horizon Europe verfolgt, gewinnt den Eindruck, dass man lieber neue Rasenmäher entwickelt haben will, als gemeinsam mit Europa an Systemen zu arbeiten, die unsere Zukunft bestimmen könnten.
Am Ende geht es um nicht weniger als um europäische Sicherheit.
Denn frei nach Brecht muss man heute fragen: Was ist schon der Bau einer Atombombe gegen die Erschaffung einer Superintelligenz?
Rampass meint
Natürlich sind wir dumm. Wir wählen dumme Politiker und glauben, was der Mainstream als Wahrheit verkauft.
Alleine die „Bilateralen III“: 1800 Seiten unverständliches Geschreibsel ohne erkenntlichen Mehrwert. Der Bundesbrief von 1291 hatte auf einer A4-Seite Platz. Heute sagt man dem One-Pager. So geht strategische Zielklarheit.
M.M. meint
In der Tat, die Leute sind dumm. Die meisten.
🙂
P. Keller meint
Ich unterhalte mich mit perplexity, claude oder einem andern Chatbot längst um Meilen klüger und anregender als mit Kollegen beim Smalltalk.
Marcus Denoth meint
Und hört man auf die SVP und Gewerbler, sollen an Unis nur noch Dinge gelehrt werden, welche der hiesigen Wirtschaft nützen. KI? Viel zu teuer. Wo kämen wir denn da hin! Besser in die Berufslehre investieren und schauen, dass die Maturandenquote runter geht. Das sind die wahren Probleme, wenn man diesen Kreisen glaubt.