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Von jetzt an ist das russische Kernland militärisch verwundbar – nicht durch Invasion, sondern durch Technik

3. Juni 2025 By Manfred Messmer

Aktualisierte ukrainische Flagge (KI-generiert)

Der ukrainische Drohnenangriff, strategisch überlegen und tief ins Hinterland getragen, ist DAS Thema dieser Woche – „Operation Spiderweb“.

Er signalisiert eine neue Phase des Krieges: Kyjiw demonstriert, dass es nicht nur defensiv überleben, sondern offensiv angreifen kann – auch weit entfernt von der Front. Geopolitisch unterstreicht das die Fähigkeit der Ukraine, asymmetrisch Druck auf Russland auszuüben und Moskaus Gewissheit von innerer Sicherheit dank schier unendlich weiten Räumen zu erschüttern.

Letztlich konnten bislang noch alle Gegner – Napoleon, Hitler – durch Raum, Winter und Nachschubprobleme geschlagen werden.  Doch nun das: Erstmals seit Jahrhunderten ist das russische Kernland militärisch verwundbar – nicht durch Invasion, sondern durch Technik.

Mag die exakte Zahl der zerstörten Flugzeuge und Typen derzeit umstritten sein, die psychologische Wirkung des Angriff ist immens (wie russische Quellen auf Social Media-Kanälen belegen). Die Botschaft lautet, dass kein Ort in Russland völlig sicher ist – ein kalkulierter Angriff auf das Vertrauen der Bevölkerung in Putins Schutzversprechen.

In Anlehnung Nassim Talebs Black Swan-Theorie könnte man das Ereignis als „Grey Swan“ bezeichnen – ein erwartbares, aber unterschätztes Risiko, das nun Realität wird.

Das klare Signal an Trump und Putin: Wer zuschlagen kann, sitzt nicht  ohne Karten am Tisch.

Für Putin stellt das Drohnendesaster  ein doppeltes Dilemma dar: Reagiert er nicht, verliert er Autorität. Eskaliert er, ist die Antwort aus Washington ein von Lindsey Graham (Republikaner!) et al (auch Demokraten) eingebrachtes neues Sanktionspaket – 500%-Zölle für alle, die russisches Gas und Erdölprodukte kaufen.

Die Drohnen trafen nicht nur Infrastruktur, sondern auch das Machtgefüge.

Für die USA liegt – nebst dem Kontrollverlust über die Ukraine – der Schock noch woanders: Sie wollten nie, dass ukrainische Angriffe auf russisches Kernland mit westlicher Technologie stattfinden, aus Angst vor möglichen Folgen. Doch ohne GPS, Satellitenbilder und westlicher Technik ist so ein Angriff nicht machbar.

Darüber hinaus zeigt der Angriff wohl auf, dass das von Trump so hoch gepriesene Racketenabwehrsystem „Golden Dome“ angesichts der rasanten Entwicklung des Militärwesens wohl ziemlich wertlos zu sein scheint – noch ehe die ersten Pläne gezeichnet wurden.

Kategorie: Politik Stichworte: Russland, Ukraine, USA

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Daniel Flury meint

    4. Juni 2025 um 2:25

    Es ist schon Technik, aber High-Tech muss es eben nicht immer sein (ganz im Gegenteil):

    https://www.golem.de/news/ardupilot-die-software-hinter-operation-spinnennetz-2506-196797.html

    Übrigens: Ich werde es mir in Zukunft schwer überlegen, ob ich mir ein Tiny-House bestelle (man weiss ja nie).

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