
Ich kann mit dem Tempo der Veränderungen nicht mehr Schritt halten.
Es geht längst nicht mehr nur um Gewissheiten, die sich im Rauschen der Onlinenachrichten verflüchtigen.
Man wacht vielmehr morgens auf – und alles, was gestern gesagt, erklärt, begründet wurde, ist Makulatur.
Die Zeit vor drei Wochen kommt einem vor, als wäre sie aus einer anderen Epoche.
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Die Nr. 47 ist ein politisches Phänomen – insofern, als er ein Beschleuniger ist, wie ihn die Welt in dieser Form noch nie gesehen hat.
(Man kommt kaum umhin, in seinen Jargon der pausenlosen Superlative zu verfallen.)
Trumps Präsenz auf Social Media ist 24/7 und genau in diesem Takt verändert er die Welt.
Wie ich sehe, bin ich nicht der einzige, der sich schwer tut, mit diesem Tempo mitzuhalten.
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In den letzten Jahren wurde in Europa – und nicht nur hier – zunehmend bezweifelt, ob die USA überhaupt noch eine Weltmacht von Rang seien.
Einigkeit herrschte zumindest in einem Punkt: Die Zeit des globalen Hegemons schien vorbei zu sein.
Man ging davon aus, dass künftig mehrere Machtzentren das Weltgeschehen prägen würden, – und dass die USA an Einfluss verlören.
Seit Sonntag wissen wir: Die Vereinigten Staaten sind stärker, als viele angenommen hatten.
Das liegt zum einen an ihrer militärischen Überlegenheit, zum anderen am politischen Willen, diese Macht weltweit einzusetzen.
Die USA handeln nach dem Prinzip: was nützt, wird getan – unabhängig von der Meinung anderer.
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Neue Gewissheit: Macht wird respektiert. Schwäche wird verachtet.
P. Keller meint
Dazu passt die Kandidatur Eigenmann in BL: auch so ein 24/7-Megastarker…
S. Fiechter meint
Ich gehe völlig mit Ihnen einig. Wir leben in einer Zeit der Falken. Weder Tauben noch Friedensangebote finden Gehör. Solange keiner die atomare Lösung, auch im beschränkten Radius, erwägt, geniesse ich meinen Müssiggang als Baby Boomer-Rentner im Frieden und ohne Zukunftsgedanken in abgelegenen Tessiner Tälern.