Es wird viel darüber spekuliert, warum Trump seine Zollstrategie plötzlich um 180 Grad gedreht hat. Weder die Telefonate mit Keller-Sutter und anderen noch das Handelsduell mit China warenoffenbar ausschlaggebend.
Es war der Bondmarkt, der ihn zum Kurswechsel gezwungen hat.
Analysten, denen ich auf X folge, sind sich einig: Die Wende verdanken wir den Japanern. Japan – grösster ausländischer Halter von US-Staatsanleihen (1,06 Billionen Dollar) – hat massiv verkauft und damit die Renditen auf ein neues Hoch von 5 % getrieben.
Das war ganz und gar nicht im Sinne der Trump-Boys, die auf fallende Zinsen gewettet hatten.

Gasparino ist Wirtschaftskorrespondent bei FoxNews.
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Eines ist sicher: Gestern haben zahlreiche Insider kräftig Kasse gemacht; ihre Wahlkampfspenden an Trump waren kein Verlust – es war eine Investition mit garantierter Rendite.
Auf Kosten der kleinen Aktiensparer.
Frei nach Brecht: Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Manipulation der Märkte durch einen Präsidenten?
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Waldorf und Statler jubeln. „Das Telefonat von Keller-Sutter zeigt, dass die Schweiz auch ohne EU-Anbindung mit dem US-Präsidenten ins Gespräch kommen kann.“
Musste ja sein – no EU, no cry.
Okay, mal etwas nüchterner und zum Türöffner: Die Schweiz spielt als Schutzmacht der USA (seit 1980) im Iran eine bedeutende Rolle in den diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und ist damit ein wichtiger Akteur in der Region.
Am Samstag treffen sich Unterhändler Irans und der USA in Oman zu direkten Gesprächen. Obwohl die Schweiz in diesem speziellen Fall keine direkte Rolle spielt, ist sie mitten drin.
Gehen wir also mal davon aus, dass Madam President mit Mister President nicht nur über Schoggi, Uhren und Investitionen geplaudert hat.
Eine Schutzmacht kann man nicht ignorieren (geiler Satz).