
20:35h live auf BBC – Trump hat soeben umfassende Zölle auf Importe aus mehreren Ländern angekündigt – aus seiner Sicht ein Schritt gegen unfaire Handelspraktiken und zur Stärkung der US-Wirtschaft.
Die spezifischen Zölle für ausgewählte Länder sind wie folgt:
- China: 34% Zoll auf Importe.
- Europäische Union (EU): 20% Zoll auf Importe.
- Japan: 24% Zoll auf Importe.
- Taiwan: 34% Zoll auf Importe.
- Schweiz: 31% Zoll auf Importe.
- Vereinigtes Königreich (UK): 10% Zoll auf Importe.
- Kanada: 25% Zoll auf Waren und 10% auf Energieexporte.
- Mexiko: 25% Zoll auf Importe.
- Südkorea: 20% Zoll auf Importe.
Weltweit gilt sonst ein pauschaler Zoll von 10% auf alle Importe..
Damit wird auch klar, was die Seco-Chefin vor zwei Wochen als Ergebnis aus Washington mitbrachte und weshalb Parmelin und Keller in die USA reisen wollen.
Wie Trump auf die 61%-Zölle (siehe Bild) für US-Exporte in die Schweiz kommt, ist ein Rätsel.
Auf Industrieproduke wurden die Zölle abgeschafft und der Rest ist sehr moderat. Für Autos sind es beispielsweise 4% aus allen Ländern plus ein paar Franken nach dem Gewicht des Fahrzeugs.
Wahrscheinlich liegt es an der Landwirtschaft, mal wieder.
Die Zölle auf Agrarprodukte sind mit durchschnittlich 32,4% – auch im internationalen Vergleich – sehr hoch.
Um die einheimischen Landwirte zu schützen, werden auf Milchprodukte exorbitante 187%(!) erhoben und auf tierische Produkte 97%. Wo keine Konkurrenz droht, wie z.B., beim Fisch, kann der Tarif hingegen auch bei 0 liegen.
Eine Rolle bei den 31% könnte auch die Währungspolitik der Schweizer Nationalbank spielen, den Franken gegenüber dem Dollar nicht allzu stark werden zu lassen. Schon früher hatten die USA der Schweiz deswegen Währungsmanipulation vorgewofen.
2024 wurden Waren im Wert von 56,7 Milliarden Schweizer Franken in die USA exportiert, was einem Anteil von rund 20% am Gesamtexport entspricht. Ins Gewicht fallen chemisch-pharmazeutische Produkte, Uhren sowie Maschinen und Elektronik.
Basel-Stadt wird es also hart treffen.
Fun Fact: Wäre die Schweiz in der EU, wären es „nur“ 20% und Gegenmassnahmen würden abgestimmt mit den übrigen Partnern.
Daniel Flury meint
Und was geschieht jetzt eigentlich mit unseren AHV-Milliarden?
Werden sie jetzt vom GRÖZAZ (Grösster Zöllner Aller Zeiten) als Abschlagszahlung für unsere «Schulden» bei ihm verrechnet?
MAGA.
Klaus Kirchmayr meint
So wie ich das verstehe, sind das nicht wirklich reziproke Zölle basierend auf von der Schweiz verlangten Zöllen, sondern eine simple „Steuer“ auf den Handelsbilanzüberschuss. In diesem Hinblick ist es eher die Pharma als die Landwirtschaft, welche die 31% für die Schweiz treibt. Soviel Chlorpoulet oder US-Steaks können wir gar nicht essen, dass der Handelsbilanzüberschuss nur ein bisschen korrigiert wird. Ironie der Geschichte: Der Haupttreiber Pharma wird von den Zöllen ausgenommen.
Christoph Gass meint
Nachdem sich der Nebel der ersten Berichterstattung gelichtet hat, gebe ich Ihnen recht. Zu befürchten ist, dass sich Trump als nächstes die „Währungsmanipulatoren“ vornehmen wird. Da ist seiner Meinung nach die SNB ganz vorne dabei. Auch dort eine Ironie: die SNB ist ja sehr stark in US Aktien investiert.
CountryTec meint
Also bitte nicht den USA protektionistische Zölle vorwerfen wenn wir unsererseits unsere Landwirtschaft mit fast 100% auf Fleisch und fast 200% auf Milchprodukte schützen.
Marcus Denoth meint
Basel wird es gemäss SRF 1 „Heute Morgen“ gar nicht treffen. Medikamente sind von den Zöllen ausgenommen.
Und die Rechnung ist einfach:
https://www.watson.ch/international/usa/865824282-zoelle-von-donald-trump-so-ist-er-auf-die-irren-zahlen-gekommen
Christoph Gass meint
Nach den neusten detaillierteren Informationen sollen pharmazeutische Produkte ausgenommen sein. Anstoss dürften somit in der Tat Agrarprodukte sein (die ja auch Hauptursache des Scheiterns des Freihandelsabkommens CH-USA waren). Wir müssen jetzt halt alle mehr amerikanische Chlorpoulets, Hormonfleisch und zum Ausgleich US Tofu essen, dann bessert es …