Also recycle ich mal wieder, dieses Mal mit den korrekten Zahlen:
Drei, zweikommadrei Prozent zulegen bei Teuerung, Prämien- und Mietpreisexplosion,32,3 Prozent plus bei Krieg in der Ukraine und Krieg nun auch noch in Israel,32,3 Prozent plus beim ungebremsten Flüchtlingsansturm auf Europa,32,3 Prozent plus bei Krawallen in den grossen Städten Europas durch radikal-islamische Einwanderer und den sonst üblichen Chaoten –32,3 Prozent plus bei einer derart emotionalen Gemengelage beim Kernbewirtschaftungsthema der Partei – der allgemeinen Verunsicherung des Volks – ich bitte Sie, da sind32,3 Prozent Zuwachs ein FLIEGENSCHISS.
Ah ja, es geht um die SVP.
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Doch steigen wir drei Treppen runter, auf die kommunale Ebene.
Weil dort ist es manchmal auch noch interessant.
Im liberalen Arlese ist die SVP jetzt gleich stark, wie die bislang wählerstärkste Partei, die FDP. Die ist von 24 Prozent auf 18 Prozent geschrumpft; erstere hat sich von 14 Prozent auf 17.8 Prozent gesteigert.
Vor dem Hintergrund, dass es die SVP im Dorf gar nicht gibt, müsste das der FDP zu denken geben.
Drei Vertreter plus eine von der FDP installierte Parteilose im Gemeinderat lassen sich mit diesen Zahlen kaum mehr halten. Ergo – die FDP ist drauf und dran bei den nächsten Wahlen im März 2024 einen Sitz verlieren.
Die Frage ist, wer dieses SVP-Protestpotenzial nach all den Querelen im Dorf absahnt – ein Parteiloser von der IG Fruschd?
BTW: Die SP hat 5.2 Prozent zugelegt und liegt jetzt bei 26 Prozent, während die Grünen 8 Prozent verloren haben (15,4 Prozent). Würde die SP ihren schwachen Vertreter im Gemeinderat zurückziehen und mit zwei neuen, jungen Kräften antreten, wäre ein zusätzlicher Sitz durchaus möglich.
Rampass meint
Im in früheren Zeiten als FDP-Hochburg bekannten Arlesheim scheinen die Erb-Linken übernommen zu haben.
B. Roggenbach meint
Guter Lokalkommentar! Ins Bein geschossen, die FDP wollte Wachstum um jeden Preis, und es kamen? Urbane SPler.
U. Haller meint
Volle Zustimmung. Es braucht vor allem mehr Parteienvielfalt in unserer Exekutive. In Arlesheim müssen ja nicht wie teilweise in anderen kleinen Gemeinden händeringend Kandidaten für den Gemeinderat gesucht werden. Der Arlesheimer »Zauberschlüssel« FDP/quasi FDP/FL/SP (mein Gedanke: da geht es vorab um Sitzerhalt als übergeordnetes Ziel) ist meines Erachtens angesichts der veränderten Parteienstärke längst überholt. Ich wünsche mir, dass für einmal weit mehr als die benötigten 7 Kandidaten den Hut in den Ring werfen. Nur so hat der Stimmbürger eine echte Auswahl.
B.R. meint
Und weniger Kulturzirkus der einen und Paradeiskino der andern. Auch keine Verwalterinnen als freitäglicher Tourismusguide, stattdessen endlich eine professionell durchgetaktete Domplatzcrew ohne Dauerfluktuation, ausgereifte Konzepte, überzeugende und kluge Kommunikation (etwa im Umgang mit Fruschd, Sonnenhofträumereien usw.) statt durchschaubaren Schlaumeiereien und bleichen Gratiswürsten vom Jenzer bei (ihm!) genehmer Gemeindeversammlung (ist diese jüngste Aktion eigentlich statthaft?). Und vor allem weniger goldenes Kitschblech am Kulturtempel. Dafür ist es zu spät, stimmt. Das esoterisch bestimmt wirksame Mondholz ist dort auch schon verbaut.