„Beat Jans‘ Befreiungsschlag: Der Gerügte ruft zum interreligiösen Treffen in Basel“ titelt heute die bz.
Im Grossratssaal sollen christliche, jüdische und muslimische Religionsvertreter zusammenkommen.
Um gemeinsam zu beten.
Jans will eine Rede halten, wie „schon lange und verschiedentlich gefordert“, wie er anmerkt.
Ob die von ihm initiierte Veranstaltung von nächsten Dienstag öffentlich zugänglich sein wird oder hinter geschlossenen Türen stattfindet, ist noch nicht geklärt.
Ob sie überhaupt stattfindet, scheint ebenfalls noch offen zu sein. Denn bislang hat noch keiner der Basler Imane eine Zusage gemacht.
56.6 Prozent der Bevölkerung des Stadtkantons sind konfessionslos. Was bedeutet: Die Mehrheit der Bevölkerung ist von dieser Veranstaltung nicht nur physisch sondern auch weltanschaulich ausgeschlossen.
Basels Regierungspräsident und Kandidat für den Bundesrat wird sein Wort an Vertreter einer religiösen Minderheit von gerade mal 33 Prozent richten.
Womit die Frage im Raum steht, was denn eine religiöse Veranstaltung im Parlamentssaal zu einer existenziellen politischen Frage überhaupt soll.
Zu einer komplexen politischen und kriegerischen Auseinandersetzung, die niemanden unberührt lässt.
Ist es die Aufgabe des Regierungspräsidenten des Kantons Basel-Stadt, Religionsgemeinschaften zum Beten im Parlamentssaal zu versammeln? Womöglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit?
Zu einer Veranstaltung religiöser Illusionen?
Denn der sogenannte interreligiöse Dialog scheiterte nebst dem Weltbildanspruch der christlichen Kirchen auch daran, dass Muslime diesen Dialog nicht als Annäherung durch Verständnis, sondern um einen höflich geführten, jedoch völlig unverbindlichen religiösen Diskurs verstehen.
Die Basler Veranstaltung im Grossratsaal wird (trotz präsidialer Rede) daran nichts ändern.
Nochmals: 56.6 Prozent der Basler Bevölkerung gehört keiner Religionsgemeinschaft an.
Es ist nicht auszuschliessen, dass diese Mehrheit auch der Meinung ist, dass die Religionen mehr Probleme schaffen, als dass sie in den letzten 2000 Jahren gelöst haben.
Woraus sich zwingend ergibt: Der Regierungspräsident hat seine Überlegungen zum Überfall auf Israel und dessen Folgen nicht nur an religiöse Minderheiten zu richten, sondern an die Mehrheit der Bevölkerung.
Mit einer politischen Rede.
Öffentlich, auf dem Marktplatz.
Um den Menschen dieser Stadt Orientierung zu geben, in diesen orientierungslosen Zeiten.
Es könnte ja sein, dass er mit einer solchen Rede über sich hinauswächst. Und die Menschen finden: Zum Glück haben wir einen solchen Regierungspräsidenten.
Doch derzeit sieht es danach aus, dass Beat Jans mit seinem Zögern nicht nur die Basler Bevölkerung im Stich lässt, sondern gleich noch seine Bundesratskandidatur verspielt.
Hintergrund zur Einordnung der vorgesehenen Veranstaltung im Rathaus: Aufruf (Auszug) der türkischen „Generaldirektion für religiöse Dienste„, der letzten Freitag in allen rund tausend DiTiP-Moscheen in Deutschland verlesen wurde.
Wie diese wird auch die Basler Fetih-Moschee vom türkischen Staat beaufsichtigt.
Geschätzte Muslime
….An diesem gesegneten Freitag, dem Feiertag der Muslime, sind unsere Herzen schwer und traurig. In Jerusalem und Palästina, das der ehrenwerte Umar befreite und in ein Land des Friedens verwandelte, werden erneut unschuldige Menschen aus dem Leben gerissen. Unsere gläubigen Brüder und Schwestern werden aus ihren Häusern und Ländereien vertrieben. Die Schreie unschuldiger Kinder, Frauen und älterer Menschen unter den zerstörerischsten Bomben der Welt erschüttern jeden mit Gewissen und Gnade zutiefst….
Verehrte Muslime!
Vor etwa einem Jahrhundert wurden Frieden und Friede in den palästinensischen Ländern beendet und die Saat der Zwietracht und Unterdrückung gesät. Wie ein rostiger Dolch, der im Herzen der islamischen Geographie steckt, hat Israel in den von ihm besetzten Gebieten gegen Muslime auf alle Arten der Unterdrückung zurückgegriffen. Es ignoriert in der Heimat des Friedens internationales Recht und die Menschenrechte, seit es dieses Land……
Geschätzte Muslime
Lasst uns in dieser Zeit der Anbetung am Freitag von ganzem Herzen zu unserem Schöpfer beten: Oh Allah! Helfe unseren unschuldigen und unterdrückten palästinensischen Brüdern, die vor den Augen der ganzen Welt niedergemetzelt werden!
Blasius K. meint
Lassen wir doch den (bald ehemaligen) BR-Kandidaten Jans aus dem Spiel: er soll das machen, was er am besten kann: Fähnchen in den Wind hängen.
gotte meint
danke! ich habe mich auch gewundert, dass man sich in dieser situation an den münsterpfarrer wendet.