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Die Tiefkühltruhe des Nachbarn, mein Elektroauto und: Bitcoin verbieten

24. August 2022 By Manfred Messmer

„Dieser Winter wird der härteste und längste.“

Sagt eine Frau, die in der Ostukraine lebt, dem SPIEGEL.

Unsere Stressgemeinschaft im Alpenréduit setzt derweil die drohende Härte bei 19 Grad Wohnzimmertemperatur an.

******

Je näher der Winter rückt und damit die Stromlücke, desto mehr können wir uns auf der Schweizers liebstes Gesellschaftsspiel freuen: Das Blame Game oder auf Deutsch: der Andere ist schuld.

Hey – und alle dürfen mitmachen – ist das nicht toll?

Das Spiel geht so:

Dezember: Ich nerve mich, weil mein Nachbar noch immer seine Tiefkühltruhe auf voller Kühlstärke laufen lässt und er geht die glatten Wände hoch, weil ich schon wieder mein Elektroauto lade.

Wenn die Lichter ausgehen, wissen wir, wer schuld ist am Desaster: der Andere.

******

Eine überraschend vernünftige Sparidee bringt ein ehemaliger Strommanager ins Spiel:  „Wir sollten Bitcoins verbieten. Ich bin schockiert, dass noch niemand auf diese Idee gekommen ist.“

Weil: „Eine einzige Bitcoin-Transaktion verbraucht so viel Strom wie ein Haushalt in eineinhalb Monaten.“

Echt jetzt?

Mein Nachbar und ich sind uns einig: Sofort umsetzen!

******

Dass die IWB diesen Winter tatsächlich kein Gas mehr liefern werden, ist so gut wie ausgeschlossen.

Das liegt am Gasdruck, der aufrechterhalten werden muss.

Bei einem Lieferstopp würde der auf Null fallen, was zur Folge hätte, dass die IWB beim Neustart in X-Unterstationen den Gasdruck manuell wieder auf nötige Betriebsgrösse bringen müssten.

Den Aufwand plus Kosten werden die sich unter allen Umständen ersparen wollen.

Meine Propangasidee als Backup – technisch möglich – habe ich gestrichen.

******

Wie ich hingegen mein E-Auto als Batterie bei Stromausfall – wahrscheinlicher – nutzen kann, die Offerte ist unterwegs.

Technisch kein Problem den Gasbrenner – der braucht Strom – und lebensnotwendige Dinge wie Wifi und Steckdosen für Computer, Handy, iPad, TV-Gerät und etwas Licht aus der Autobatterie direkt über die Hausanlage zu versorgen.

Kategorie: Einsichten Stichworte: Energiekrise

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Marc Oliver Bürgi meint

    25. August 2022 um 11:07

    Lebensnotwendige Dinge wie Wifi und Steckdosen für Computer, Handy, iPad, TV-Gerät und etwas Licht? Ich liebe Ihre Prioritäten. Bei uns ist während des Sturmes gerade ein Baum umgefallen… Unser Baby wird nicht frieren müssen… 😀

  2. Rampass meint

    24. August 2022 um 21:28

    Die Tiefkühltruhe verbraucht 120kWh Strom im Jahr. Macht etwas 500km mit dem Tesla. Besser: Verbrenner anschaffen und so Strom für Kühltruhen und PCs sparen. Es stehen genügend neuwertige Autos rum, die keinen Käufer finden.
    Wenn die IWB kein Gas kriegt, kann sie auch keines liefern. Bekanntlich hat die Schweiz keine eigenen Gasspeicher – was sich nun rächt. Strategische Ölreserven wären vorhanden Doch Öl soll nicht mehr opportun sein. Wird uns seit Jahren eingeredet. Willkommen in der Realität.

  3. Arlesheimreloadedfan meint

    24. August 2022 um 13:21

    Die letzte Investition von Marcel O. waren Bitcoins.Die Zuger Zauberkünstler vergoldeten damit unter anderem Schissibürstli.Immerhin bringt seine Witwe Adriana ihre Kryptoerfahrungen als Quoten Frau in eine Kantonalbank ein.
    Verbote bringen keine Bohne.
    Wir brauchen reale Energiepreise.Wenn jeder den wahren Preis Zahlen muss,reicht für Alle.

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