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Politik ist ein Mikado-Spiel

9. Februar 2022 By Manfred Messmer

Es hat etwas Rührendes an sich, wenn ein paar Nobelpreisträger und Universitätsprofessoren fordern, Grossbritannien und die Schweiz müssten zurück ins Horizon-Programm der EU.

Politik ist ein Mikado-Spiel: Wer meint, ein wertvolles Stäbchen ohne Schaden aus dem Haufen ziehen zu können, ist überrascht, wenn ein anderes wackelt.

Game Over.

Die Briten sind nicht dabei, weil sie der Meiung sind, das Horizon-Programm sei ihnen zu teuer.

Sie hätten für ihre Teilnahme eine Grundgebühr von umgerechnet 19 Milliarden Franken zahlen müssen, zuzüglich einer Zusatzzahlung, wenn britische Antragsteller mehr als diesen Betrag an Forschungsgeldern erhalten.

Letzteres ist eine Änderung der bis anhin geltenden Regeln, weil Schweizer Forscher (und israelische) mehr Geld erhielten, als ihre Länder einbezahlt hatten.

Die Schweiz hätte voraussichtlich 6.2 Mia. Franken bezahlen müssen, inklusive Zusatzzahlungen.

Was also wird der Brief der Wissenschaftler bewirken?

Nichts

Weil: Die Briten streiten sich mit der EU über das Nordirland-Protokoll. Unter anderem.

Und die Schweizer wissen grundsätzlich nicht, was sie wollen.

Kategorie: Politik Stichworte: EU

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Rampass meint

    10. Februar 2022 um 8:31

    Gemach, dass die Schweiz bei Horizon nicht dabei ist, liegt nicht an den fehlenden 6.5 Mia Eintrittsgebühr. Sondern daran, dass die EU wieder mal täubelet und abstrafen will. So wie damals bei der Annahme der MEI, jetzt nach dem Platzen des Rahmenvertrags.
    Die Liste hier https://ec.europa.eu/info/funding-tenders/opportunities/docs/2021-2027/common/guidance/list-3rd-country-participation_horizon-euratom_en.pdf zeigt, wer als Drittstaat dabei ist. Wenn Schweizer Forscher in Dritt-Staaten wie Georgien, Nord-Mazedonien oder der Türkei weiterforschen wollen, feel free.

  2. Helveticus Alois meint

    9. Februar 2022 um 14:15

    Letzte Zeile: Falsch. Wir Schweizer wissen, was wir NICHT wollen.
    Kein Horizon-Programm um jeden Preis.
    Den die EU-Unis sind Mittelmass.
    Die Schweiz ist besser.
    Wir wollen weltweit mit Forschern zusammenarbeiten. Wie immer.
    Mit den besten. Wie wir.
    Da brauchen wir die EU nicht.
    Da brauchen wir kein Horizon
    Gleich lange EU-Spiesse wollen wir nicht.
    Wir wollen längere Spiesse. In Allem.
    So wurde die Schweiz gross.
    Denn: CH = Lieber reich als einflussreich.
    Seit 1291.

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