• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Transparente Politfinanzierung ist Zeitgeist; Basel-Stadt wird zustimmen

10. November 2021 By Manfred Messmer

In den 90ern hat meine Agentur öfters Abstimmungskampagnen für bürgerliche Komitees organisiert.

Manchmal, wie bei der „Gruppe Bahnhof“ – Münchensteiner-Brücke-Abstimmung -, war der Präsident des Komitees ein Sozialdemokrat.

Das lief dann so, dass einer der Wirtschaftsverbände bei der Finanzierung die Federführung übernommen hat.

Der Präsident der „Gruppe Bahnhof“ und ich haben zu Beginn des Abstimmungskampfes beim Empfang der Handelskammer vorbeigeschaut. Das Couvert mit dem Cash-Betrag von mehreren tausend Franken lag bereit.

Damals bestimmte der Beitrag der Wirtschaftsverbände mehr oder weniger das Budget des Komitees.

Inzwischen wird das Geld schon längst nicht mehr bar ausbezahlt. Doch Verschwiegenheit gehört noch immer zum Abstimmungsgeschäft.

Anonyme Finanzquellen für Abstimmungs- und Wahlkämpfe – das ist schon längst ein unhaltbarer Zustand.

Als Citoyen möchte ich wissen, wer denn die millionenschwere Abstimmung zum Grundeinkommen finanziert hat. Sprudelten da auch ausländische Geldquellen, weil die Schweiz ein auch international interessanter Testfall war?

Die Wirtschaftsverbände wehren sich seit Jahren mit immer denselben Argumenten gegen eine transparente Wahl-, Abstimmungs- und Parteienfinanzierung: Ihre Geldgeber könnten sich aus Angst vor der Öffentlichkeit aus der Wahl- und Abstimmungsfinanzierung zurückziehen.

Wenn das Geld der Gewerbler, der Industrie, von Privaten und Gewerkschaften das Licht der Öffentlichkeit scheut, dann riecht das nicht nur nach unlauterer Beeinflussung des Wählerwillens, sondern dem ist auch so.

Weil dieses intransparente System nichts anderes als Ausüben von Macht im Schatten von Komitees und Parteien ist.

Geradezu absurd ist das Argument Verbände, man wisse nicht, zu welchem Zeitpunkt die Spenden veröffentlicht werden müssten. Bei der rollenden Abstimmungsplanung drohe ein erheblicher bürokratischer Aufwand.

So ein Nonsens.

Die Sache läuft so, dass bevor der Abstimmungskampf überhaupt beginnt, das Komitee beim federführenden Wirtschaftsverband ein detailliertes Budget einreichen muss. Der Antrag wird mit einer Pauschalsumme gutgeheissen und anschliessend das Geld auf das Konto des Komitees überwiesen.

Das Komitee meldet dann neu (auf ihrer Website): 10’000 Franken Gewerbeverband Basel-Stadt. Wer beim Gewerbeverband zu diesen zehntausend Franken beigesteuert hat, was soll’s.

Nach der Schlacht schickt das Komitee (die Partei) eine detaillierte Spendenaufstellung an die Transparenz-Kommission.

Wobei die geneigte Leserschaft, scharfsinnig wie sie nun mal ist, sofort denkt: Hui, kommen der Gewerbeverband unter Rechtfertigungsdruck, wenn er 50’000 oder 100’000 Franken „spendet“.

Ich denke, dass eine Transparenzinitiative in Basel-Stadt gute Chancen hat, von der Stimmrechtsbevölkerung angenommen zu werden.

Mit Hilfe bürgerlicher Stimmen gar deutlich.

Transparenz ist Zeitgeist.

Kategorie: Politik Stichworte: Basel-Stadt

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Sissachr meint

    10. November 2021 um 13:44

    Ich weiss nicht, ob ein anderes westliches Land ähnlich untransparente Finanzflüsse in der Politik aufweist wie die Schweiz. Internationale Organisationen reiben sich in ihren Berichten in Sachen Transparenz ja seit längerem verwundert die Augen über dieses bananenrepublik’sche Gebaren.

Seitenspalte

Kommentare

  • Marc Schinzel zu Zwei Namen und kein Plan
  • Patrick Frey zu Zwei Namen und kein Plan
  • Hans Rudolf Rohr zu Zwei Namen und kein Plan
  • Marcus Denoth zu Zwei Namen und kein Plan
  • unterbaselbieter zu Zwei Namen und kein Plan
  • Baresi zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice

Letzte Beiträge

  • SnapseedDie Zehntelei
    16. Oktober 2026
    Es ist Abstimmungszeit, und wieder einmal geht die Welt unter. Dieses Mal entbrennt der […]
  • IMGErkältung. Grippe. Covid.
    15. Oktober 2026
    Andern Tags dachte ich: eine Erkältung, wie man sie sich auf einer mehrstündigen Fahrt in einem […]
  • Christinefrey web origZwei Namen und kein Plan
    9. Oktober 2026
    Da ist also mal wieder jemand zur bz gesprungen und hat ihr den neuesten Stand der internen […]
  • IMGWir die Schweiz handlungsunfähig?
    8. Oktober 2026
    Wir laufen bei den Bilateralen III auf eine bei einem derart gewichtigen Geschäft noch nie […]
  • IMGSo what
    7. Oktober 2026
    Ein Bundesrat ist zurückgetreten. So what. Der Nachruf ist immer derselbe: pragmatisch, kollegial, […]
  • IMGDie Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
    6. Oktober 2026
    Ich verstehe ja, dass es einfacher ist, ein derart hochkomplexes Thema wie die Bilateralen III mit […]
  • IMGSchweizer Stabilität ist anderswo Regierungskrise
    5. Oktober 2026
    Zug hat gewählt. Nicht, dass mich das weiter interessiert. Interessant ist die Grafik mit der […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework