• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Ha, waren das noch Zeiten; früher; am Zoll; in Europa

22. Mai 2021 By Manfred Messmer

Das ist gelebte Medienvielfalt! Danke BaZ, danke bz.Früher war alles anders. Aber war es auch besser – was derzeit bei vielen der politischen Weisheit letzter Schluss zu sein scheint?

Wenn es um Europa geht.

Vielleicht können sich noch einige daran erinnern, wie das war, vor vierzig, fünfzig Jahren, wenn man durch Europa reiste. In die meisten Länder konnte man nur mit einem noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass einreisen.

Und der wurde beim Grenzübertritt abgestempelt. Von wegen Aufenthaltsdauer.

In Italien herrschte über lange Jahre ein Einfuhrverbot für grössere Lire-Beträge.

Die erlaubten 100’000 Lire (ca. 60 Franken) reichten nirgendwo hin, ergo musste nach dem Grenzübertritt in Chiasso zunächst einmal Geld gewechselt werden.

Es war durchaus üblich, dass man da und dort bei der Einreise eine Hotelbuchung vorweisen musste.  Wer mit dem Flugzeug oder mit dem Zug unterwegs war, musste ein Rückreiseticket gebucht haben.

Wer länger als dreissig Tage im Land bleiben wollte, hatte in allen Ländern um uns herum ein Visum zu beantragen. Und entsprechende Geldmittel, Aufenthaltsgrund, Empfehlungspapiere Einheimischer, eine Krankenversicherung und anderes vorzulegen.

Heute ist es für uns selbstverständlich, dass wir in Europa hinreisen können, wo immer es uns beliebt. Ohne Reisepass, mit der ID.

Wir können auch mal für ein halbes Jahr in Rom eine Wohnung mieten und, weil mit Wohnadresse, ein günstiges Monatsabo fürs ÖV lösen.

Wir können auch mal schnell für ein verlängertes Wochenende Freunde in in ihrem Haus in Südfrankreich besuchen.

Spätestens jetzt kann man sich fragen, was schreibt der Kerl eigentlich, das sind doch Selbstverständlichkeiten, da müssen wir doch gar nicht darüber reden.

Oh doch.

Für die Briten sieht es seit Januar nämlich genau so aus wie für uns vor fünfzig Jahren: Der Wochenendtrip zu Bekannten in Südfrankreich ist so auf die kurzentschlossene Schnelle nicht mehr möglich.

Wer privat Briten beherbergt, muss zunächst bei der Mairie eine attestation d’accueil holen, kostet 30 Euro, und diese seinen Besuchern nach England schicken.

Das tönt dann ziemlich abschreckend so:

Elle indique notamment les éléments suivants :

  • Identité du signataire
  • Numéro du passeport, l’identité et la nationalité de l’étranger accueilli (et ceux de son conjoint et de ses enfants mineurs s’ils l’accompagnent)
  • Lieu d’accueil prévu et les caractéristiques du logement
  • Identité de la personne qui souscrit une assurance prenant en charge (à hauteur de 30 000 € minimum) les dépenses pour les soins éventuellement reçus pendant le séjour en France

Das Prozedere kann gut und gern einen Monat dauern, schreibt der Guardian.

Wer sonst einreist, muss all das vorweisen, was wir in den Sechzigern/Siebzigern des letzten Jahrhunderts auch mussten: Hotelbuchung, Krankenversicherung, Rückreiseticket, Geldmittel.

Grossbritanien ist für die EU ein Drittland und im Unterschied zur Schweiz auch kein Schengenstaat.

Warum uns das beunruhigen sollte?

Weil die gleichen Leute, die gegen gegen das Rahmenabkommen sind, auch „Schengen“ abschaffen wollen.

Das sind auch die, welche noch immer den Brexit hochjubeln und so was ähnliches auch für die Schweiz fordern.

Kategorie: Einsichten, Unterhaltung Stichworte: EU, Europa

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Tim Thalmann meint

    22. Mai 2021 um 14:51

    Sprechen diese bürokratischen Racheakte nun für oder gegen die EU?

    • M.M. meint

      22. Mai 2021 um 15:41

      Warum nur denken die Schweizer immer gleich an Rache? Das sind schlicht gesetzliche Vorschriften für Drittländer.

      In der Schweiz ist das auch so. Reisen Sie mal mit einem US-Pass in die Schweiz (Schengenraum).

    • Jean meint

      22. Mai 2021 um 15:51

      Wer UK oder die USA wie den Sudan behandelt, dem ist nicht zu helfen. Es ist genau, dieser deutsche Dogmatimus, der die EU übernommen hat, den sie zu Grunde richtet.

      • M.M. meint

        22. Mai 2021 um 16:19

        Reisen Sie mal als Schweizer in die USA.

        Und dann das noch: EU citizens arriving in UK being locked up and expelled

        • Jean meint

          22. Mai 2021 um 16:34

          Beim Dogmatimus sind Amerikaner und Deutsche Brüder im Geiste. Nur das die Amis das Dogma schneller austauschen, wenn es ihnen lästig wird.

          • M.M. meint

            22. Mai 2021 um 16:59

            Ja sicher, aber nicht bei Checks an der Grenze. Und bei Einreise- und Aufenthaltsregeln.

Seitenspalte

Kommentare

  • Patrick Frey zu Zwei Namen und kein Plan
  • Hans Rudolf Rohr zu Zwei Namen und kein Plan
  • Marcus Denoth zu Zwei Namen und kein Plan
  • unterbaselbieter zu Zwei Namen und kein Plan
  • Baresi zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
  • Manfred Messmer zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice

Letzte Beiträge

  • Christinefrey web origZwei Namen und kein Plan
    9. Oktober 2026
    Da ist also mal wieder jemand zur bz gesprungen und hat ihr den neuesten Stand der internen […]
  • IMGWir die Schweiz handlungsunfähig?
    8. Oktober 2026
    Wir laufen bei den Bilateralen III auf eine bei einem derart gewichtigen Geschäft noch nie […]
  • IMGSo what
    7. Oktober 2026
    Ein Bundesrat ist zurückgetreten. So what. Der Nachruf ist immer derselbe: pragmatisch, kollegial, […]
  • IMGDie Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
    6. Oktober 2026
    Ich verstehe ja, dass es einfacher ist, ein derart hochkomplexes Thema wie die Bilateralen III mit […]
  • IMGSchweizer Stabilität ist anderswo Regierungskrise
    5. Oktober 2026
    Zug hat gewählt. Nicht, dass mich das weiter interessiert. Interessant ist die Grafik mit der […]
  • IMGDas aussenpolitische Mütchen
    2. Oktober 2026
    Wie willkürlich Donald Trump mit Ländern umspringt, die ihm gerade nicht ins innenpolitische […]
  • SnapseedGeschacher
    1. Oktober 2026
    Interessant an den Berner Debatten über die Bilateralen III und das Mercosur-Abkommen sind nicht […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework