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Für eine Schweiz ohne Motorenöl!

18. Mai 2021 By Manfred Messmer

Die Birs bei Dornach

Heute in der Post: Das Abstimmungsbüchlein. 143 Seiten stark.

Wer liest das? Wer mag sich in die Details vertiefen? Und wer gegen „sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung“ ist, trete vor!

Gut, ums Biogemüse mache ich meistens einen Bogen, heute beispielsweise um die Gurken in der Migros: 2 Franken 80 das Biostück. Für 1.60 gibts die vom Treibhaus nebenan.

„Die Schweiz ohne synthetische Pestizide“ – die Forderung klingt wie „Für eine Schweiz ohne Motorenöl“. Das würde ich sofort unterschreiben.

Das Covid-19-Gesetz, himmelauch. „Das Covid-Gesetz beendet die freie Schweiz.“ Sagen die Gegner. „Endlich“, sagt die Schnecke und verkriecht sich unterm Salat.

„Benzin und Diesel werden mit dem neuen CO2-Gesetz um 12 Rappen pro Liter teurer“. Sagen die CO2-Gesetz-Gegner. „Benzinpreis Juni 2020: 1.39; Bezinzinpreis Juni 2021: 1.63“ . Antwortet der Markt. Schafft den Markt ab!

Terrorismus-Gesetz: Dreissig Seiten Kleingedrucktes für Juristen. Mag ich nicht lesen. Nein, mag ich nicht. Partout nicht.

Abstimmung in der Schweiz ist, wenn Gedankenfetzen ausgetauscht werden, und dabei ziemlich viel Unsinn geredet wird.

Kategorie: Politik Stichworte: Abstimmungen

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Henry Berger meint

    19. Mai 2021 um 17:09

    Abstimmungs-Erläuterungen im Umfang von 143 Seiten – tönt nicht gerade wie eine Werbebroschüre für die direkte Demokratie

    • Matteo meint

      20. Mai 2021 um 9:04

      Wie viele von den 246 Bundesparlamentarien lesen die Vorlagen?

  2. gotte meint

    18. Mai 2021 um 18:01

    wer im coop oder migi die biogurke kauft, subventioniert die gurk-gurke quer. so offenbar der kassensturz. es läuft in der agrarpolitik einiges schief. im oberbaselbiet reissen die bauernburschen systematisch die JA-plakate runter. im dorf traut sich kaum jemand, kritik zu üben, obwohl jede(r) eine geschichte kennt über die hohle und schamlose hand der allmächtigen und dauer-profitierenden bauern. schon nur deshalb 2mal JA zu den initiativen.

    • Rampass meint

      19. Mai 2021 um 7:05

      „Bauernburschen“? Wording aus den 50ern.
      In Basel dasselbe Problem: wo sind die Nein-Plakate hingekommen?
      Bei einer Annahme dieser 2 Initiativen gibt’s neue Jobs auf dem Land. Viel Handarbeit und Bücken ist angesagt beim Unkrautjäten. Aber Achtung: ziemlich schlecht bezahlt, sicher nicht CHF 23.-/h wie der erträumte Mindestlohn in Basel. Ansonsten kostet die Bio-Gurke bald mal CHF 5.-

      • gotte meint

        19. Mai 2021 um 9:39

        das nein-lager beschränkt seine kampagne auf die kleinen kantone – die sind ländlich und zählen dank ständemehr erst noch doppelt so viel wie basel-stadt. und der bauernbursche ist auch in den 2020er-jahren noch aktuell, wenn auch nicht abzustreiten ist, dass sein mindset aus den 50er jahren stammt.

    • Firedome meint

      19. Mai 2021 um 22:39

      Ja, ich sehe das auch so. Unsere Bauern sollten hier am besten vollbiologisch produzieren, einen angemessenen Mindestlohn bezahlen und wir können uns im Laden und am Stammtisch über den Wucherpreis empören. In den Einkaufskorb legen wir dann die günstigsten Gurken aus Almeria, geerntet von den unregistrierten ErntehelferInnen aus Nordafrika. Die sind froh, haben sie einen 5€/Std. Job und wir günstiges Gemüse und Früchte. Win-Win sagt man dem.

      • gotte meint

        20. Mai 2021 um 8:46

        nein.

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Kommentare

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