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Wer Dürr und Wessels weghaben will, muss Gautschi wählen

4. Juli 2019 By Manfred Messmer

und 

Roland Stark hat recht: Baschi Dürr und Hanspeter Wessels täten allen einen grossen Gefallen, wenn sie zurücktreten würden.

Nur weiss auch Herr Stark, dass man Regierungsräte nicht zu Rücktritt auffordern kann. Und wenn man es trotzdem tut, dann stellen sie reflexartig auf stur um.

Und treten nochmals an.

Wessels und Dürr werden vom Volk nicht abgewählt, weil es auch 2020 keine wählbaren Alternativen geben wird. Frau Pegoraro hat sich so gleich zweimal auf dem Regierungssessel gehalten.

Es gibt deshalb nur eine Möglichkeit, die beiden loszuwerden, in dem sich die geneigte Wählerschaft (also 42%) taktisch verhält.

Statt die auf Durchmarsch programmierte SP-Frau Tanja Soland wählt man die FDP-Kandidatin Nadine Gautschi in die Regierung.

Weil man es damit sowohl bei den Genossen als auch bei der FDP und darüber hinaus im Parteiengefüge ziemlich krachen lässt.

Zur FDP: Selbstverständlich ist es völlig überrissen, dass die 9+%-Partei mit zwei Vertretern in der Regierung sitzt.

Genau darum, muss man Gautschi wählen. Weil Baschi Dürr damit 2020 aus dem Rennen genommen werden muss.

Freiwillig oder durch die Partei erzwungen.

Weil auch die Liberalen nicht dem Mann, sondern der Frau den Vortritt lassen müssen.

Zur SP: Wenn jetzt nicht die SP-Frau gewinnt, können weder Wessels noch Brutschin ernsthaft daran denken, im Herbst 2020 nochmals antreten zu wollen.

Die unter dem Wahlschock stehende  SP wird drei Frauen ins Rennen schicken.

Und gewinnen.

Wow, Basel hätte eine Frauenmehrheit in der Regierung!

PS: Vier Wochen hat eine BaZ-Journalistin die Sozialdemokratin Soland begleitet. Und ein Portrait geschrieben.

Was hängen bleibt: Entweder ist die Frau Soland völlig unpolitisch oder die Journalistin würde eigentlich lieber etwas mit Mode machen.

Oder mit Yoga.

Kein relevantes Wort wird darüber verloren, was denn Frau Soland als Regierungsrätin so im Sinn hat, zu tun oder zu lassen.

Dafür wissen wir jetzt: Sie will kein Tussi sein, steht auf grosse Langhaarige, die es selten gibt, weshalb sie Single ist, verdient zu wenig und will dank dem Regierungsamt eine anständige Altersversorgung.

Und, ganz entscheidend: „Tanja Soland (43), Anwältin von Beruf, wagt es heute, in der Politik zu lächeln.“

Ach wie herzig!

Kategorie: Politik Stichworte: Basel-Stadt

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Vischer Christoph meint

    4. Juli 2019 um 23:59

    Ja, das war eine tolle Headline vom Roland Stark in der heutigen BaZ. Und sie, lieber MM, setzen gleich noch einen drauf mit einer unbedingten Wahlempfehlung für Nadine Gautschi. Und es scheint ja für diese Wahl auch endlich zu klappen mit einer kompakten BüZa. Im Gegensatz zur SR- und NR-Wahl.
    Was würden sie als ehemaliger Einflüsterer bei Politwahlen Nadine Gautschi und der BüZa empfehlen, dass die Bürgerlichen in BS auch wieder mal auf die Siegerstrasse zurückkehren….

    • M.M. meint

      5. Juli 2019 um 11:38

      Zuerst müsste man mal wissen, wer die Kandidatin überhaupt ist – ich habe – ehrlich gesagt – kaum je von ihr gehört. Und nicht erst nach den Sommerferien, sondern jetzt.

      Inhaltlich ginge es darum, hervorzuheben, dass Demokratie vom Wechsel lebt. Der Anspruch der SP gemäss ihrer Stärke in der Regierung vertreten zu sein, sei unbestritten. Nur geht es jetzt nicht um die Gesamterneuerungswahlen, sondern um eine Ersatzwahl. Ergo sollte sich Basel in aller Ruhe überlegen, ob die von allen schon als gewählt betrachtete Kandidatin einfach durchgewunken werde soll.

      Dann kann sie auch noch ein paar Pflöcke in Sachen BVB einschlagen. Ist ja eine Insiderin.

      Und dann halt noch persönliches: Dreifache Mutter und so weiter.

      Wenn der Wechsel ausgeschlossen ist, dann muss man auch nicht mehr wählen gehen. Siehe Ständeratswahlen vor vier Jahren.

      Vielleicht wäre es auch gut, man würde ihre Website finden, falls man nach ihr googelt. https://www.nadinegautschi.ch

      Ah ja: Alle setzen auf Facebook, niemand mehr auf Inserate. Doch Zeitungen werden von treuen WählerInnen gelesen. Ich sag’s schon lange: die sozialen Medien sind nur gut, weil alle meinen, sie seien es. Eine gute Inseratekampagne in diesem konkurrenzlosen Umfeld bringt mehr als Social Media.

  2. Ullmann meint

    4. Juli 2019 um 18:40

    Ich kann mich nicht erinnern, wann zuletzt ein Regierungsrat aufgrund seines Programms gewählt wurde. Wir hoffen, dies ändern zu können.

  3. paule meint

    4. Juli 2019 um 18:07

    Origineller Gedanke. lol!

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