• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

EU-fixierte Selbsthypnotiker

20. Februar 2019 By Manfred Messmer

Da gibt es also vier Unternehmer, die reden mit Herrn Feusi, früher BaZ heute Tamedia, und schon haben wir den Aufreger „Schweizer Firmen fordern besseres EU-Abkommen“.

„Die Schweiz muss mit der EU nachverhandeln“, fordern die Mannen ohne politisches Mandat.

Patrons alter Schule offensichtlich, die sich einbilden, man bringe als Firmeninhaber und Grossaktionär einiges politisches Gewicht auf die Waagschale.

Schliesslich bezahlt man stolze Summen für Abstimmungs- und Wahlkämpfe, ohne dass man diese Spenden – anders als in allen anderen Demokratien – öffentlich deklarieren muss.

Das gehört schliesslich zu UNSEREM System der direkten Demokratie, sonst würde die gar nicht funktionieren.

Nun kann man es ja durchaus belustigt zur Kenntnis nehmen, dass Unternehmer, die 95% ihres Umsatzes im Ausland und davon lediglich 30% ausserhalb der EU erzielen, meinen, das Rahmenabkommen gefährde ihre und des Landes Unabhängigkeit.

Amüsiert deshalb, weil sie für die allermeisten ihrer Geschäfte EU-Normen und -Vorschriften einhalten müssen und europäischem Recht unterstehen.

Doch politisch brandgefährlich wird die Sache – oder sind die einfach nur naiv? – wenn die Unternehmenspolitiker dafür plädieren, doch zunächst die EU-Wahlen abzuwarten: „Dann wird die EU  ein neues Kapitel aufschlagen.“

Mit anderen Worten, die EU-fixierten Selbsthypnotiker wetten darauf, dass diejenigen im frischgewählten EU-Parlament einen deutlichen Stimmenzuwachs erwarten dürfen, welche die „illiberale Demokratie“ in Europa durchsetzen wollen.

Oder zumindest mit „einer  speziellen autoritären Art der repräsentativen Demokratie“, auf Kollisionskurs mit dem „alten Europa“ gehen wollen.

Angeführt von Herrn Orban und anderen, die der Schweiz zu einer besseren Verhandlungsposition gegenüber „Brüssel“ verhelfen sollen.

Die liberalen Demokraten werden das wohl erstaunt zur Kenntnis nehmen.

Was man vom Brexit lernen kann: Sich mit der EU auseinandersetzen, bedeutet zunächst einmal eine Wertediskussion zu führen – eine Wertediskussion als Europäer – und erst dann geht das Ringen um Tarife, Normen und Rechtsfragen los.

Weil das so ist, erleben wir derzeit das bislang Undenkbare: den Untergang des britischen Parteiensystems alter Ordnung.

Weil sich Links und Rechts in Kleinstgruppen auflösen und damit chaotische Prozesse einleiten, die niemand mehr beherrschen kann.

Niemandem gelingt es mehr, für irgendetwas eine Mehrheit zu schmieden.

Gut möglich, dass die den Konsens suchende Schweiz ebenfalls in die britische Richtung des politischen Stillstands bewegt, weil es für nichts mehr eine Mehrheit gibt.

Gut, wir haben dann immer noch das Volk, dem man eine Ja-Nein-Frage vorlegen kann und damit meint, das habe etwas mit Demokratie zu tun.

Kategorie: Arosa Stichworte: EU

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Seitenspalte

Kommentare

  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans
  • Siro zu Der Plan eines Plans
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans
  • Manfred Messmer zu Der Plan eines Plans
  • isaac reber zu Der Plan eines Plans
  • Daniel Flury zu Rutschung.

Letzte Beiträge

  • Riebli peterDie Beute
    11. September 2026
    Bei den nationalen Wahlen 2027 zeichnet sich im Baselbiet eine neue Normalität ab: Wer für den […]
  • SnapseedEin Hoch aufs Staatsversagen II
    10. September 2026
    Wenn wir gestern ein Hoch aufs Staatsversagen gesungen haben, kommen wir nicht umhin, die Leute zu […]
  • Kantonsspital Baselland Standort BruderholzEin Hoch aufs Staatsversagen
    9. September 2026
    In Liestal schaut jede Kommission durch ihre eigene Brille auf dasselbe Spital. Die […]
  • IMGDer Plan eines Plans
    8. September 2026
    Isaac Reber tritt ausgerechnet in jenem Moment ab, in dem sein grösstes Vermächtnisprojekt zur […]
  • ScreenshotRutschung.
    7. September 2026
    Die politische Verschiebung im Osten Deutschlands lässt sich an meinen Lesegewohnheiten ablesen. […]
  • Mermaid diagramDer Dorfbach und das Deutungsmonopol
    4. September 2026
    Citoyens haben heute ganz andere Möglichkeiten der politischen Mitwirkung als noch vor zwei, drei […]
  • SnapseedDas Amt verwaltet
    3. September 2026
    Die Medien jubeln Isaac Reber im Chor hoch. Ich reibe mir die Augen: Reden sie vom selben […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework