• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

#TagesWoche: Und tschüss – Geld für PrimeNews?

6. November 2018 By Manfred Messmer

Es sind ja vor allem Journis, die der TagesWoche nachtrauern. Aber sonst wer?

Die TagesWoche hatte von allem Anfang an ein Geschäftsmodell, dass in einer Marktwirtschaft auf Dauer nun mal nicht funktioniert.

Wer mit seinem Produkt keine Kunden findet, der ist spätestens dann vom Acker, wenn die Anschubfinzierung verbrannt ist.

20 Millionen hatten die zur Verfügung, so hört man und haben es nicht geschafft.

20 Millionen!

Wäre da nicht das viele Geld einer Basler Multimillionärin gewesen plus ihr Dunstkreis, hätte man die TagesWoche schon 2013 einstellen müssen.

Damals im Januar habe ich geschrieben: #TagesWoche-Online ist so dröge wie die Papierausgabe am Freitag oder: Urs Buess ist eine Fehlbesetzung

Bringen wir es auf den Punkt: Urs Buess, Ko-Chefredaktor, ist eine krasse Fehlbesetzung. Er ist der falsche Mann für ein solches Projekt, weil er kein Pionier sondern ein ins Ende seiner Berufslaufbahn eingebogener Printjournalist.

Und sein Co-Leiter Leupin haute damals so auf die Trommel:

„Beim Onlineauftritt handle es sich nicht einfach um eine Newsseite, sondern um ein Angebot, das es in dieser Form in der Schweiz noch nie gegeben habe“, verkündete Herr Leupin ziemlich vollmundig gegenüber kleinreport.

Zumindest dieses Versprechen hat die Doppelchefredaktion vollständig eingelöst. Das Onlineportal der TagesWoche ist in der Tat anders als all die anderen, nämlich schlicht und einfach irrelevant.

Ein Jahr später waren Buess und Leupin weg und das Blatt und seine Mäzenin steckten wegen Auflagentricksereien in neuen Schwierigkeiten:

Wird morgen die Staatsanwaltschaft in Sachen TagesWoche tätig?

Ich bleibe dabei, was ich damals geschrieben habe:

Ja, ich bin stocksauer auf diese Versager.

Ihnen wurde der Traum jedes Journalisten erfüllt, nämlich von einer Mäzenin genügend Geld zur Verfügung gestellt zu bekommen, um den Journalismus umzusetzen, von dem alle (bei der BaZ) schon immer geträumt haben.

Frei, unabhängig und ohne vom Verlag und den Anzeigenheinis gegängelt zu werden.

Und was lernt man aus der Geschichte?

Mäzenatentum ist keine Alternative zu professionellem Verlagshandwerk. Und: Journalisten sind keine Unternehmer.

Die vielleicht gute Nachricht: Gemäss den Verantwortlichen will Frau Oeri weiterhin 1 Mio. CHF pro Jahr für Medienprojekte zur Verfügung stellen.

Und deshalb widerspreche ich mir jetzt, weil ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass es halt doch mal jemand schafft.

Deshalb: Einen Teil dieser TagesWoche-Million sollten den beiden Keller-Brüdern im Sinne einer Anschubfinanzierung für ihr Online-Portal „PrimeNews“ zur Verfügung gestellt werden.

Die beiden haben mit wenig Mitteln ein interessantes Online-Portal gestartet, mit einem plausiblen Geschäftsmodell und mit klarem Blick auf wirtschaftliche Realitäten.

Die beiden denken unternehmerisch und Christian Keller steht für handwerklich gut gemachten Lokaljournalismus.

Wenn es denn jemand schaffen könnte, ein lokales Online-Portal auf Dauer zu etablieren, dann sind es die beiden.

Einziges Manko: Die machen halt keinen linken Journalismus. Aber Linkswicklung kann ja wohl nicht das Kriterium für die Vergabe der Oeri-Million sein, oder?

Kategorie: Medien Stichworte: Medien

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Niggi Ullrich meint

    7. November 2018 um 15:27

    Pointierte Kommentare sind OK und nötig. Wenn daraus ein Mix wird aus rechthaberischem Zynismus und versimplifizierendem Sarkasmus wird es dégoutant.

  2. altro due elle meint

    6. November 2018 um 10:52

    Resultat bei Spielabruch: Ems-Chemie schlägt Roche Pharma mit 1:0.
    Ein paar Verletzte auf beiden Seiten, andere vor dem Karriereende.
    Hans Sutter aka Sepp Renggli aka Marcel Rohr übernimmt.
    Endgültige Relegation kann vielleicht noch mit ein paar weiteren Millionen hinausgeschoben werden.

    („Ein Jahr später waren Buser und Leupin weg …“, muss wohl heissen Buess …)

    • M.M. meint

      6. November 2018 um 12:14

      Danke!

  3. gotte meint

    6. November 2018 um 10:28

    prime news finden Sie doch erst relevant, seit Sie dort portraitiert wurden (haben Sie so geschrieben, nicht ich…). aber mal spass beiseite: mich ärgern diese links-rechts-pseudo-analysen. somm’s BaZ ist nicht an rechts gescheitert, sondern an schlechtem handwerk und billigen kampagnen (schwedenreisli, weihnachtsessen im elsass, unispital-organhandel) sowie an blasierten einfaltspinseln (bahnerths unsägliches theater im präsidialdepartement).
    umgekehrt ist die taWo nicht an links gescheitert, sondern an ihrem unsäglichen intrigantenstadel in den ersten jahren und an oftmals fehlender journalistischer relevanz. und die NZZ verabschiedet sich gegenwärtig in die mittelfristige bedeutungslosigkeit, nicht weil sie „rechter“ ist als früher, sondern weil sie neuerdings ausgewählte lieblingsthemen schlecht in einer dauerschlaufe bewirtschaftet, bis es nur noch langweilig und irrelevant ist. oder wer soll sich denn in zukunft weiter für diese alten philosophen-herren interessieren und sich durch deren gefühlte ausgrenzung durch gender und angebliche sprechverbote noch angesprochen fühlen?

    • M.M. meint

      6. November 2018 um 10:37

      Kann Ihnen nicht widersprechen, blöderweise.

      Deshalb habe ich mich in angelsächsische Medien geflüchtet. Sachbücher sind auch keine schlechte Alternative.

      • gotte meint

        6. November 2018 um 21:08

        … auch die NZZ kann nicht widersprechen, als ob sie mir recht geben wollte, twittert sie (gähn):
        „Von Richter*innen, Kritiker_innen und gendergerechter Sprache: Wie der permanente Fokus auf das #Geschlecht unser Verständnis des Menschen verformt. Ein Kommentar“

        • gotte meint

          6. November 2018 um 21:10

          und noch etwas früher (doppelgähn): „Während eine linke Identitätspolitik die Vielfalt in der Gesellschaft stärken will und eine rechte identitäre Politik die Homogenisierung der Gesellschaft anvisiert, geht die Mannigfaltigkeit des Einzelnen dabei verloren. Eine Kolumne,“

Seitenspalte

Kommentare

  • unterbaselbieter zu Zwei Namen und kein Plan
  • Baresi zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
  • Manfred Messmer zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
  • Daniel Flury zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
  • Alexander Müller zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
  • Manfred Messmer zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice

Letzte Beiträge

  • Christinefrey web origZwei Namen und kein Plan
    9. Oktober 2026
    Da ist also mal wieder jemand zur bz gesprungen und hat ihr den neuesten Stand der internen […]
  • IMGWir die Schweiz handlungsunfähig?
    8. Oktober 2026
    Wir laufen bei den Bilateralen III auf eine bei einem derart gewichtigen Geschäft noch nie […]
  • IMGSo what
    7. Oktober 2026
    Ein Bundesrat ist zurückgetreten. So what. Der Nachruf ist immer derselbe: pragmatisch, kollegial, […]
  • IMGDie Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
    6. Oktober 2026
    Ich verstehe ja, dass es einfacher ist, ein derart hochkomplexes Thema wie die Bilateralen III mit […]
  • IMGSchweizer Stabilität ist anderswo Regierungskrise
    5. Oktober 2026
    Zug hat gewählt. Nicht, dass mich das weiter interessiert. Interessant ist die Grafik mit der […]
  • IMGDas aussenpolitische Mütchen
    2. Oktober 2026
    Wie willkürlich Donald Trump mit Ländern umspringt, die ihm gerade nicht ins innenpolitische […]
  • SnapseedGeschacher
    1. Oktober 2026
    Interessant an den Berner Debatten über die Bilateralen III und das Mercosur-Abkommen sind nicht […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework