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Schnee- vor Stückelberger oder: wer nichts hat, dem wird nicht gegeben

22. Juni 2017 By Manfred Messmer

Man könnte jetzt schreiben, dass es heiss ist. Aber das wäre heute so ein Satz wie „ich könnte jetzt schreiben, dass ich jetzt was schreibe.“

In diese Richtung gehen auch die Ämter, die Herr Stückelberger will oder auch nicht.

Wir wurden ja über Wochen mit der Meldung beglückt, er werde Parteipräsident-der-FDP-oder-doch-nicht. Heute nun die Fortsetzung: Er wird jetzt bis zu den Wahlen 2019 als ich-würde-gerne-Ständeratskandidat im Gespräch bleiben.

Er könne sich das vorstellen, sagt er in der BaZ. Fürs Ständeratsamt hätte er, anders als fürs Präsidentenamt, schon Zeit.

Der Wahlausschuss für die FDP-Präsidentenwahl ist not amused.

Doch eine Medienkandidatur unterscheidet sich schon ziemlich von einer realen. Denn da müssten schon Wunder geschehen, dass Herr Stückelberger überhaupt aufs Ticket kommt.

Weil der Schneeberger-Clan in der FDP schon seit langem die Fäden zieht und zwar so erfolgreich, dass selbst Herr Buser dank dem seinerzeitigen Stückelberger-Manöver des Clans als Looser in den letzten Ständeratswahlkampf steigen musste und gegen Frau Schneeberger trotz Ständeratsbooster auch als möglicher Nationalrat keinen Stich hatte.

Deshalb läuft das so, dass man Herrn Stückelberger möglichst lange im Rennen hält, um die Aufmerksamkeits auf die FDP zu lenken.

Am Schluss wird aber Frau Schneeberger die Ständeratskandidatin der Bürgerlichen, tatkräftig unterstützt von der SVP. Mit einer Doppelkandidatur National- und Ständerat, versteht sich.

Was durchaus im Sinn der FDP-Mitkandidaten auf der Nationalratsliste ist.

Schafft es Schneeberger in den Ständerat – die Chancen sind durchaus gegeben – dann rückt der Zweitplatzierte in den Nationalrat nach.

Merke: Wer in der Politik nichts verteilen kann, dem wird auch nichts gegeben.

Kategorie: Einsichten Stichworte: Einsichten

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Freimut meint

    22. Juni 2017 um 19:09

    Frau Schn. exponiert sich zumindest, während Herr St. vor dem Parteipräsidium kneift, um seine strahlende (Marketing-)Weste für allenfalls Weiteres ja nicht zu beflecken.

  2. andres egger meint

    22. Juni 2017 um 13:55

    „Herr Buser (…) als Looser…“
    Tja, ist Buser jetzt wirklich ein „Looser“ (von engl. „loose“ = locker, unverpackt, freilaufend) oder vielleicht ein „Loser“ (von engl. „loser“ = Verlierer, Versager)???
    😉

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