• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Universitätsvertrag als Sparübung

4. März 2015 By Manfred Messmer



Hier ist absolut nichts los. Mal abgsehen von den paar Fischern, draussen in der Bucht. Deshalb hier meine Mittwochsklumne in der BaZ:

Frau Herzog muss sparen. Der Kanton Basel-Stadt ist nun nach ein paar fetten Jahren ins strukturelle Minus gerutscht. Fast 70 Millionen Franken sind gestrichen worden. Und doch ist da noch immer viel Speck.

Im Kanton Basel-Landschaft haben bekanntlich Wahlen stattgefunden. Man wird also spätestens nach der Sommerpause zum politischen Alltag zurückfinden. Was bedeutet, dass auch in Baselland die desolate Finanzsituation erneut ein Thema werden wird. Da ist kaum noch Speck vorhanden.

Weshalb nicht wenige der Versuchung erliegen könnten, die Finanzsituation nachhaltig zu verbessern, ohne dass man die eigene Klientel und kaum eine gewichtige Interessensgruppe vor den Kopf stossen muss. 

Weil die Sparübung von einer Mehrheit zulasten des Stadtkantons durchgewunken werden kann. 

Das Zauberwort heisst «Universitätsvertrag». Der kann dieses Jahr gekündigt werden, um mit Basel-Stadt für 2017 eine andere Lastenverteilung auszuhandeln – für den Landkanton eine weitaus günstigere als heute.

Die 300 Millionen Franken oder 50 Prozent des jährlichen Universitätsbudgets, die nach Basel überwiesen werden, sind bürgerlichen Politikern schon längst ein Dorn im Auge. 

Wenn sich die Landschäftler über den Tisch gezogen fühlen, dann denken sie zuallererst an den 2007 in Kraft getretenen Uni-Vertrag. 

Der Deal der beiden Kantone hatte neben der Mitbestimmung zum Ziel, dass der Kanton Basel-Landschaft ein allseits anerkannter Universitätskanton wird.

Seither haben sich Bundespolitiker beider Basel unter dem Applaus der lokalen Medien für dieses Ziel starkgemacht. 

Doch im Oktober 2014, nach sieben Jahren des Sich-selbst-auf-die-Schultern-Klopfens, kam die Absage des Hochschulkonkordats: Nix da mit Universitätskanton. 

Und nun hat letzte Woche auch noch die Schweizerische Hochschulkonferenz das Baselbiet bei der Zusammensetzung des neuen Hochschulrats übergangen. 

Mit der Wahl eines Aargauers wurde Baselland, das immerhin die fünftgrösste Finanzlast aller Hochschulkantone trägt, erneut brüskiert. Baselland wird künftig von einem Basler Regierungsrat vertreten, kann als Vollzahler nur über den städtischen Vertreter eidgenössisch mitreden. 

Gut, der bürgerliche Eymann mag ja noch knapp genügen. Aber wenn auf ihn eine SP-Frau folgt? Bei dem Gedanken muss es doch jedem Senkrechten den Nuggi raushauen. 

Kurz, das war wohl das letzte Signal an die bürgerlichen Vertreter im Landrat (und an die neue Bildungs­direktorin), den Universitätsvertrag demnächst auf die Traktandenliste zu setzen. 

Wenn der prestigeträchtige Grund, man werde als Universitätskanton «einen stärkeren Einfluss in der gesamtschweizerischen Hochschul- und Forschungspolitik» erhalten und könne über «deren künftige Ausrichtung mitbestimmen» (Abstimmungsbüchlein), nun wegfällt, ist der Uni-Vertrag nur noch ein Entlastungspaket für Basel-Stadt.

Ergo zahlt man zu viel, gemessen an dem, was Solothurn und Aargau nach Basel überweisen oder an den 200 Millionen Franken, die sich der Landkanton dieses Jahr für Investitionen gerade noch so leisten kann. 

Und dann noch diese maroden Schulhäuser.

Mit anderen Worten: Frau Herzog muss möglicherweise über die 70 Millionen hinaus ab 2017 noch weiter an den Speck. 

Streicht der Landrat 100 oder gar 150 Millionen Franken beim Universitätsbeitrag, ist der Landkanton fast schon raus aus seinem strukturellen Defizit.

Kategorie: Longtrip 2015 Stichworte: BaZ-Kolumne, Vietnam

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Lukas Zingg meint

    4. März 2015 um 23:21

    Wie schon erwähnt bezahlt BL rund 1/4 des Unibudgets. Das werden gemäß Budget 2015 161’900’000.- sein. Da lassen sich nur 150 Mio. sparen, wenn man den Studenten das studieren verbietet und das wird zum Glück nicht möglich sein!

  2. M.M. meint

    4. März 2015 um 12:27

    Herr Geering, Medienbeauftragter der Uni, twittert folgenden Kommentar:

    Mit anderen Worten: BL zahlt die Hälfte der Hälfte. 🙂

    • Klaus Kirchmayr meint

      4. März 2015 um 18:42

      Und von dieser Hälfte der Hälfte müsste BL für seine Studis gemäss eidgenössischer Verordnung auch nach der Kündigung immer noch 75 bis 90% zahlen (wahrscheinlich sogar mehr). Wirklich weise scheint mir das nicht. Über die substantiellen Drittmittel und wo und mit welchen Partnern die dann investiert werden, reden wir noch nicht einmal. BL wäre besser beraten zu überlegen, wie sie allfällig mehr für ihr Uni-Geld zurückbekommt. Schliesslich besteht der Unirat zu 50% aus Vertretern aus BL. Ökonomisch dürfte dies den deutlich höheren Return versprechen. Ist aber halt anstrengend…. Und man soll ja nicht glauben das Uni-Dossier könne so einfach von anderen Dossiers abgekoppelt werden (z.B. Spitäler….).

  3. Meury Christoph meint

    4. März 2015 um 9:05

    Eine hübsche Provokation aus dem fernen Vietnam und eine verführerische Vorgabe. Ohne Anstrengung & Fleiss und ohne die eigenen Finanzen in Ordnung bringen zu müssen, kann der Kanton Baselland auf dem Buckel der Universität Geld sparen. Quasi eine Sparübung aus der Hängematte heraus. Bestechend. Allerdings in der Begründung ziemlich kühn. Der Baselbieter Beitrag an die Uni ist mit 300 Millionen keine Abgeltung an das Label «anerkannter Universitätskanton», sondern ein Beitrag an eine real existierende Universität mit realen Kosten und einem real funktionierenden, hochkarätigen Universitätsbetrieb.

    Die fantasierte Reduktion des Beitrages um 100 Millionen würde die Universität existentiell und nachhaltig gefährden.
    Das kann nicht im Sinne des Erfinders des Sparvorschlages sein.
    Das ist eher das Produkt anhaltender Langeweile oder zuviel Sonne & Hitze….

    • M.M. meint

      4. März 2015 um 11:45

      Like

Seitenspalte

Kommentare

  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans
  • Siro zu Der Plan eines Plans
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans
  • Manfred Messmer zu Der Plan eines Plans
  • isaac reber zu Der Plan eines Plans
  • Daniel Flury zu Rutschung.

Letzte Beiträge

  • Kantonsspital Baselland Standort BruderholzEin Hoch aufs Staatsversagen
    9. September 2026
    In Liestal schaut jede Kommission durch ihre eigene Brille auf dasselbe Spital. Die […]
  • IMGDer Plan eines Plans
    8. September 2026
    Isaac Reber tritt ausgerechnet in jenem Moment ab, in dem sein grösstes Vermächtnisprojekt zur […]
  • ScreenshotRutschung.
    7. September 2026
    Die politische Verschiebung im Osten Deutschlands lässt sich an meinen Lesegewohnheiten ablesen. […]
  • Mermaid diagramDer Dorfbach und das Deutungsmonopol
    4. September 2026
    Citoyens haben heute ganz andere Möglichkeiten der politischen Mitwirkung als noch vor zwei, drei […]
  • SnapseedDas Amt verwaltet
    3. September 2026
    Die Medien jubeln Isaac Reber im Chor hoch. Ich reibe mir die Augen: Reden sie vom selben […]
  • SnapseedWarten auf Toni
    2. September 2026
    Die Frist ist bereits verstrichen. An der letzten FDP-Parteiversammlung hatte Parteipräsident […]
  • SnapseedMein Gadget-CV
    1. September 2026
    We shape our tools and thereafter our tools shape us. John M. Culkin, 1967, Schüler von Marshall […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework