• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Die Baselbieter Pensionskasse interessiert doch kein Schwein oder: Solidaritätszuschlag für den Rest des Lebens

16. April 2013 By Manfred Messmer

Achtung, jetzt kommt ein Text, den kaum jemand lesen wird. Weil er verwirrende Zahlen aufweist.

Es geht um die Sanierung der Baselbieter Pensionskasse für die wir einen Solidaritätszuschlag für den Rest unseres Lebens werden bezahlen müssen.

Ich meine, das mit dieser Pensionskassendiskussion im Landkanton läuft ziemlich in die falsche Richtung. Denn im Grunde genommen geht es doch darum, dass vor Jahren der kantonale Arbeitgeber seinen Angestellten Dinge versprochen hat, die er nie und nimmer einhalten kann.

Wer sich erinnert, der weiss, dass man die grosszügigen Regelungen nur wegen „der Chemie“ eingeführt hat. Man hatte zum einen die Befürchtung, kein qualifiziertes Personal zu bekommen und – man hatte es ja. Im Kanton Baselland.

Wenn also jemand mit 200’000 Franken Jahreseinkommen pensioniert wird, dann bekommt er nach alter Regelung 120’000 Franken Rente egal wie viel er oder sie über die Jahre einbezahlt hat.

Plus die AHV.

Das soll sich ändern, doch wer den Gump über die 50 gemacht hat, dessen Deckungslücke wird grosszügig gestopft.

Das kann im Einzelfall über eine Million Franken machen – die Abzockerinitiative lässt grüssen. Und jetzt darf man raten, wer diese Vorlage ausgearbeitet hat? Bingo -Spitzenbeamte mit hohen Gehältern, so um die sechzig herum. Die zahlen auch am wenigstens an die Sanierung.

Nun ist die kantonale Pensionskasse nicht die einzige Vorsorgeeinrichtung in diesem Land, die in der Vergangenheit zu grosse Versprechungen gemacht und grosszügige Frühpensionierungen bewilligt hat. Deshalb werden zum Beispiel den Journalisten der Basler Zeitung auf Jahre hinaus 5 % vom monatlichen Einkommen zur Sanierung der Altlasten abgezwackt.

Normal ist, dass die Unterdeckung zu 80 Prozent durch die Angestellten und zu 20 Prozent durch den Arbeitgeber ausgeglichen wird.

Der Unterschied zum Kanton ist, nicht die Angestellten tragen die Hauptlast, sondern die Steuerzahler: Der Aufteilungsqotient beträgt 34 zu 66.

Ist das gerecht?

Es werden ja ziemlich viele Zahlen herumgeboten. Fakt ist: Um die Unterdeckung von 76,4 auf 100 %  auszugleichen, braucht die Pensionskasse 2,3 Mia. Franken. Rund 1  Mia. Franken müsste der Kanton berappen, der Rest die Gemeinden, die Kirchen, die Altersheime, die Spitäler und alle die  anderen.

Doch da ist noch diese verflixte Staatsgarantie. Deshalb braucht es noch eine Schwankungsreserve von 1,2 Mia. Franken, damit der Kanton aus der Staatsgarantie rauskommt. Diese Schwankungsreserve geht zu 100% zulasten Steuerzahlers, womit wir bei einem Verteilquotienten von 20 zu 80 zugunsten der Staatsangestellten sind.

Die Zinsen für all dieses Geld, das die Gemeinden und der Kanton brauchen, geht selbstverständlich zulasten der Steuerzahler, das heisst: Der BaZ-Journalist und ich zahlen auf alle Ewigkeit einen Solidaritätszuschlag für die Beamtenpensionskasse.

Gut, ich nicht mehr so lange, wie der junge BaZ-Journalist.

Damit man die Dimensionen sieht: 2013 hat der Kanton Basel-Landschaft 1 Mia. Franken an Steuereinnahmen aus Einkommen veranschlagt. Der gesamte Fiskalertrag liegt bei 1.5 Mia. Franken.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, weshalb „die in Liestal“ solche Dinge beschliessen. Die Antwort ist relativ einfach: in den einschlägigen Kommissionen sitzen Leute, mit Ausnahme der Herren Schafroth (GLP) und Brassel (SP),  – insbesonders die Stümper von der SVP – die von der Materie keine Ahnung haben.

Wir können davon ausgehen, dass der Deal, der jetzt zur Diskussion steht, entweder von einem Gericht oder durch eine Volksabstimmung den Bach runtergeht.

PS: Ich frage mich, wo bei diesem Thema die selbst ernannte Vierte Macht im Staat  bleibt. Ach so, verstehe, ein paar Schlagzeilen über ausländische Häusleeinbrecher zu fabrizieren, ist mit weniger Mühe verbunden.

Nachtrag: Ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass bei den BaZ-Journalisten-Pensionskasse der Teuerungsausgleich auf Jahre hinaus gestrichen ist. Guess what – bei den Beamten im Kanton Basel-Landschaft selbstverständlich nicht.

Im nächsten Beitrag gehen wir darauf ein, welche staatsnahen Unternehmen wegen der Pensionskassengeschichte demnächst Pleite gehen werden. Die entsprechenden Kreditanträge sind schon in den Schubladen.

Kategorie: Politik Stichworte: Basel-Landschaft

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Rampass meint

    16. April 2013 um 18:05

    …ich sag’s doch: der Bürger ist IMMER der Verarschte.
    Hiermit rufe ich den Freistaat „Rampassingen“ aus, wo Politiker und Beamte, den Lohn bekommen, den sie wert sind…

    • Old (@trashbarg) meint

      17. April 2013 um 7:11

      … hmmm, also in meinem „Rampassingen“ müssten Politiker und Beamte dafür zahlen, dass sie Politiker und Beamte sein dürfen …

      • gotte meint

        17. April 2013 um 7:30

        blablabla – in rampassingen stellt sich niemand freiwillig zur wahl, man muss die leute beknien, dass sie ein amt übernehmen. die fähigen unternehmer haben keine zeit für rampassinger lokalmätzchen. sie sehen sich, wenn schon, höchstens als nationalrat – für dieses amt hätten sie zeit, nicht aber für die lokalgeschichten. ist übrigens nicht nur so in rampassingen.

  2. Elisabeth Schneider-Schneiter meint

    16. April 2013 um 11:23

    Mein Selbstbewusstsein als damalige Landrätin in Sache PK kompetent sein zu können, hat mir RR Ballmer im Jahr 2009 mit seiner Antwort auf eine Interpellation zur Deckungslücke jäh entrissen. Er meinte damals „dass es sich um eine komplexe Materie handelt, die für Leute, die sich nicht täglich mit Pensionskassenfragen befassen, nicht transparent ist.“ Nachzulesen hier: http://www.baselland.ch/13-htm.311877.0.html . Als Gemeindeverwalterin war ich der Auffassung zumindest den Inhalt meiner Fragen verstanden zu haben…

    • Hans-Markus Weber meint

      17. April 2013 um 20:32

      Noch ein Muster für Ballmer’s Arroganz? „Zudem leben die gescheitesten Menschen nicht unbedingt in den grossen Gemeinden. In kleinen Gemeinden übernehmen häufig die intelligentesten Einwohner ein Amt, während diese Kriterien für grosse Gemeinden oftmals nicht zutreffen“ (S. 1421, LR-Protokoll vom 15.10.2009).

  3. liberopoulos meint

    16. April 2013 um 11:09

    Das Thema ist wirklich hochbrisant und wurde jahrelang unter den Teppich gewischt. Das der Kanton jedoch die Ausfinanzierung macht, finde ich richtig, würde es über die Gemeinden laufen, hätten viele ein Riesenproblem und Altersheime, Spitexen würden sogar Gefahr laufen in Konkurs zu gehen. Das Problem ist aber eher, dass die Vorgeschlagene Sanierung mit zu hohem technischen Zinssatz berechnet ist und voraussichtlich die nächste Sanierung bereits in den Startlöchern ist. Ein weiteres Problem ist natürlich die verlorene Abstimmung über den tieferen Umwandlungssatz. Das ist nun eine der Quittungen dieses (Fehl)-Entscheids.

Seitenspalte

Kommentare

  • Daniel Flury zu Serienuniversum
  • Baresi zu Serienuniversum
  • Franz zu Serienuniversum
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans
  • Siro zu Der Plan eines Plans
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans

Letzte Beiträge

  • ScreenshotSerienuniversum
    14. September 2026
    Nein, damit will ich mich gar nicht erst beschäftigen: mit dieser politischen Kakophonie auf allen […]
  • Riebli peterDie Beute
    11. September 2026
    Bei den nationalen Wahlen 2027 zeichnet sich im Baselbiet eine neue Normalität ab: Wer für den […]
  • SnapseedEin Hoch aufs Staatsversagen II
    10. September 2026
    Wenn wir gestern ein Hoch aufs Staatsversagen gesungen haben, kommen wir nicht umhin, die Leute zu […]
  • Kantonsspital Baselland Standort BruderholzEin Hoch aufs Staatsversagen
    9. September 2026
    In Liestal schaut jede Kommission durch ihre eigene Brille auf dasselbe Spital. Die […]
  • IMGDer Plan eines Plans
    8. September 2026
    Isaac Reber tritt ausgerechnet in jenem Moment ab, in dem sein grösstes Vermächtnisprojekt zur […]
  • ScreenshotRutschung.
    7. September 2026
    Die politische Verschiebung im Osten Deutschlands lässt sich an meinen Lesegewohnheiten ablesen. […]
  • Mermaid diagramDer Dorfbach und das Deutungsmonopol
    4. September 2026
    Citoyens haben heute ganz andere Möglichkeiten der politischen Mitwirkung als noch vor zwei, drei […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework