• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Lieber Herr Ballmer, streichen Sie doch einfach diese blöde Defizitbremse

2. April 2013 By Manfred Messmer

Lieber Herr Ballmer

Obwohl Sie Ende Juni abtreten, haben Sie Tag für Tag noch immer dieses vermaledeite Finanzproblem auf Ihrem Schreibtisch, in akkurat geschichteten Aktenstapeln.

Das zentrale Übel all Ihrer Rechnerei hat einen Namen: Pensionskasse.

Selbst für einen mathematisch nicht besonders begabten Menschen wie mich ist die Rechnung schnell gemacht: Der Kanton Basel-Landschaft verfügt über ein Eigenkapital von gerade noch 300 Mio. Schweizer Franken. 340 Mio. Franken haben Sie für die Sanierung der Pensionskasse zurückgestellt.

Benötigen tun Sie für die Sanierung aber 1000 Millionen CHF, (was ja kaum jemand wirklich glaubt).

Unter dem Strich fehlen also 360 Mio. Franken, eine Summe, die man unter dem Stichwort „Überschuldung“ abbuchen kann. (Wobei man bei der Rechnung eben noch die staatsnahen Betriebe wie die HWV, Hardwasser AG, die Spitäler, die Rheinhäfen etc. berücksichtigen müsste, für die faktisch eine Staatsgarantie besteht.)

Mit anderen Worten: Im Grunde genommen ist der Kanton Basel-Landschaft finanziell so am A….. wie sagen wir Zypern.

Ich meine, eigentlich könnte es Ihnen ja egal sein, was mit den Kantonsfinanzen geschieht, nachdem Sie in den letzten Monaten vom Volk und auch vom Landrat heftig auf den Deckel gekriegt haben.

Doch wir können davon ausgehen, ja wir denken das sei eine Selbstverständlichkeit, dass Sie bis zu ihrem letzten Tag in der Regierung noch alles tun werden, um die Finanzmisere zu überwinden.

Zumal sie ja auch am Bild arbeiten müssen, dass man von Ihnen in Erinnerung behalten soll.

Als gescheiteter oder gar als schlechtester Finanzdirektor der Schweiz, wie vor einiger Zeit ein Wirtschaftsmagazin schrieb, in die Geschichte einzugehen, kann es wohl nicht sein.

Für die restlichen drei Monate stehen Ihnen genau zwei Handlungsvarianten offen: a) Sie legen dem Landrat einen Antrag für eine Steuererhöhung auf den 1. Januar 2014 vor oder b) Sie versuchen, die am 24. Februar 2008 vom Baselbieter Stimmvolk mit 69% Ja eingeführte Defizitbremse auszuhebeln.

Irgendwie.

Betrachten wir die Dinge realistisch. Selbst ein Herr Nussbaumer, sollte er denn gewählt und Ihr Nachfolger werden, hat keinen Bock auf eine Steuererhöhungsdiskussion. Und auch der Landrat, obwohl mit der Defizitbremsabstimmung gleich noch mit der Kompetenz für Steuererhöhungen ausgestattet, hat wenig Lust, in diese Diskussion einzusteigen.

Ergo bleibt nur das, was von einer grossen Mehrheit des Landrats ziemlich sicher gutgeheissen wird: Aushebelung der Defizitbremse, vulgo Schuldenbremse.

Ich meine, lieber Herr Ballmer, das könnte man doch ohne grosses gesetzliches Brimborium schaffen. In dem man beispielsweise das Gesetz um Formulierungen wie „ausserordentliche Zeiten…., kann vorübergehend vom Regierungsrat ausgesetzt werden“ ergänzt.

Der Landrat wäre auf lange Zeit die leidige Defizitdiskussion los. Und Ihr(e) Nachfolger(in) in der Finanzdirektion wird Ihnen die Füsse küssen. (Selbst der Verlust des Triple A-Ratings wäre für den Kanton ohne grosse Folgen. Schliesslich gibt es Kantone die mit einem schlechteren Rating genau so tiefe Zinsen zahlen wie Baselland.)

Welch ein Abschied!

Also Herr Ballmer, auf was warten Sie? Sie haben noch ganze drei Monate um die Defizitbremse wegzubekommen – das ist doch, bei der breiten Interessenslage, machbar. Oder?

Kategorie: Politik Stichworte: Basel-Landschaft

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Seitenspalte

Kommentare

  • Marc Schinzel zu Zwei Namen und kein Plan
  • Patrick Frey zu Zwei Namen und kein Plan
  • Hans Rudolf Rohr zu Zwei Namen und kein Plan
  • Marcus Denoth zu Zwei Namen und kein Plan
  • unterbaselbieter zu Zwei Namen und kein Plan
  • Baresi zu Die Bilateralen III werden zur Versicherungspolice

Letzte Beiträge

  • SnapseedDie Zehntelei
    16. Oktober 2026
    Es ist Abstimmungszeit, und wieder einmal geht die Welt unter. Dieses Mal entbrennt der […]
  • IMGErkältung. Grippe. Covid.
    15. Oktober 2026
    Andern Tags dachte ich: eine Erkältung, wie man sie sich auf einer mehrstündigen Fahrt in einem […]
  • Christinefrey web origZwei Namen und kein Plan
    9. Oktober 2026
    Da ist also mal wieder jemand zur bz gesprungen und hat ihr den neuesten Stand der internen […]
  • IMGWir die Schweiz handlungsunfähig?
    8. Oktober 2026
    Wir laufen bei den Bilateralen III auf eine bei einem derart gewichtigen Geschäft noch nie […]
  • IMGSo what
    7. Oktober 2026
    Ein Bundesrat ist zurückgetreten. So what. Der Nachruf ist immer derselbe: pragmatisch, kollegial, […]
  • IMGDie Bilateralen III werden zur Versicherungspolice
    6. Oktober 2026
    Ich verstehe ja, dass es einfacher ist, ein derart hochkomplexes Thema wie die Bilateralen III mit […]
  • IMGSchweizer Stabilität ist anderswo Regierungskrise
    5. Oktober 2026
    Zug hat gewählt. Nicht, dass mich das weiter interessiert. Interessant ist die Grafik mit der […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework