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Herr Ballmer tritt zurück, etwas beleidigt

13. Dezember 2012 By Manfred Messmer

Herr Ballmer tritt zurück. Aus gesundheitlichen Gründen, wie er schreibt. Doch der eigentliche Grund: Herr Ballmer hat schon seit Monaten den Rückhalt in der Politik und auch beim Volk verloren.

Sein Rücktrittsbegründung lässt darauf schliessen, dass er etwas beleidigt ist:

Leider haben einige wenige den Politstil massiv verändert. Es wird in Medien und durch Medien diffamiert. Es dominieren Demagogen; mit Fakten wird „kreativ“ umgegangen; Respekt und Fairness bleiben auf der Strecke. Es wird auf den Mann gespielt, wenn man den Puck nicht sieht oder für den Ball zu ungeschickt ist. Solidarität nimmt ab; Sonderinteressen gewinnen Oberhand über Gemeinwohl; Ansprüche dominieren die Möglichkeiten. Die Problembringer dominieren über die Problemlöser.

Wir haben es schon oft geschrieben: Herr Ballmer hat vor einem Jahr einen eleganten Abgang verpasst. Denn es ist unbestritten, dass Herr Ballmer einer der besten Regierungsleute war.

Als jedoch über dem Landkanton die Finanzmisere wie eine nicht vorhersehbare Umweltkatastrophe hereinbrach, sank sein Stern praktisch über Nacht, verlor er den Kompass aus den Augen. Herr Ballmer war ganz offensichtlich kein Politiker für schwierigere Lagen.

Das wahrscheinlichste Ergebnis der Wahlen vom voraussichtlich 3. März: Die FDP ist draussen, die SVP kommt nicht rein, Herr Nussbaumer, SP, ist gewählt.

PS: Stellt sich die Frage, ob der angezählte Herr Zwick dem Druck bis zum Ende der Legislatur tatsächlich standhält. Bei der CVP denkt man sich wohl jetzt: toll, wir können uns zurücklehnen. Wenn die sich nur mal nicht täuschen.

 

Kategorie: Politik Stichworte: Basel-Landschaft

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Liberopoulos meint

    14. Dezember 2012 um 11:28

    Ballmer schreibt man mit 2 L und die Regierung hatte ausreichend Kompetenzen, um notwendige Sofortmassnahmen im Budget eigenständig vorzunehmen. Sofortmassnahmen welche nur dank der bürgerlichen Mehrheit im RR möglich wahren. Die drohende Linke-Mehrheit hätte da sicher anders reagiert. Aus diesem Grund kann ich mich unmöglich mit einem RR Nussbaumer anfreunden.

    • Kontrollstelle für Rechtschreibung meint

      14. Dezember 2012 um 14:42

      Und waren schreibt man ohne H

  2. Markus Meier meint

    13. Dezember 2012 um 15:06

    Es war, wenn ich mich recht erinnere, das Stimmvolk, das über sein „Entlastungspaket“ abgestimmt und es abgelehnt hat. Ich glaube, die Medien haben gar nicht über sein „Entlastungspaket“ abstimmen dürfen. Aber vielleicht täusche ich mich ja? Ich meine, es waren auch die Wähler, und nicht die Medien, die Herrn Ballmer nicht mit einem Traumresultat gewählt haben. Aber vielleicht täusche ich mich da ja auch. Schliesslich bleiben mir noch die Fragen, ob erstens die Medien allenfalls einklagebaren Unsinn über Herrn Ballmer und gegen Herrn Ballmer vermeldet haben. Dann bliebe die Frage, warum Herr Ballmer nicht von seinen Rechten Gebrauch gemacht hat. Und zweitens, ob die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger und die Wählerinnen und Wähler, von den offenbar stark eigenwilligen Medien missgeleitet, möglicherweise zu dumm waren, um Herrn Ballmers Botschaften, Taten und ihn selber richtig zu verstehen. Von einem Mann, der seinen Ruf darauf aufgebaut hat, als Verantwortungsträger zu wirken, habe ich eine andere Letztantwort erwartet. Und auch gewünscht.

  3. Baselbieter meint

    13. Dezember 2012 um 13:47

    Die FDP ist raus, das war auch mein erster Gedanke. Müsste aber nicht sein: Mit Balz Stückelberger hat die FDP einen valablen Kandidaten, der bis weit über die Mitte nach links wählbar ist. Okay, ein Finanzmensch ist er nicht, aber das ist wohl nicht zwingend.

    Nur wird die FDP-Führungsriege unter Miss Fettnäpfchen Pezzetta never ever Stückelberger aufs Kandidatenpodest hieven. Dann schon eher mit Richterich untergehen – oder direkt den SVP Kandidaten unterstützen.

    Ich sage mit Messmer: Willkommen Herr Regierungsrat Nussbaumer!

    • Müller E. meint

      15. Dezember 2012 um 13:32

      Nochmals einen Juristen seitens FDP als Finanzdirektor aufzustellen, wäre meiner Meinung nach nicht sehr klug. Es braucht nun wirklich RR, die ein fundiertes Fachwissen mitbringen, denn die Probleme werden im Baselbiet nicht weniger. Ich finde, dass neue Köpfe in die Diskussion eingebracht werden müssen. Wenn ich mir die FDP-LR näher anschaue, dann fällt mir ein Christof Hiltmann auf, der von Hause aus Ökonom ist. Ausserdem ist er noch unverbraucht. Wenn die FDP den Sitz halten will, kann sie keine zweite Frau aufstellen und keine bisherigen Exponenten, die polarisiert haben.

  4. Gotte meint

    13. Dezember 2012 um 11:53

    es ist schon überraschend zu lesen, dass sich herr balmer über den neuen politikstil enerviert. ich meine, endlich gibt es im baselbiet politik, endlich traut sich der landrat, den von gysins gnaden installierten regierungsräte etwas kritischer auf die finger zu schauen. wenn herr balmer aber meint, es seien die geltungssüchtigen politiker und die schlimmen medien, die den kanton schlechter redeten als er sei, dann reibt sich die geneigte stimmbürgerin die augen und fragt sich, aus welchem grund sie denn dem angeblich alternativlosen entlastungspaket hätte zustimmen müssen. damals war es noch die regierung und herr balmer persönlich, die nicht müde wurden zu behaupten, der kanton gehe unter, wenn man den anträgen der regierung nicht folgt. erstaunlich war dann, dass das budget nur wenige wochen nach der abstimmung gar nicht mehr so tiefrot war.

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