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Helles Entsetzen: Online-Kommentare sind bezahlt oder: wissen Journis nicht, wie der Hase läuft?

29. Dezember 2012 By Manfred Messmer

20121229-101619.jpgGrosse Aufregung, weil eine Zürcher PR-Agentur ein paar Studenten angeheuert hat, um in Online-Medien Kommentare gegen die Abzockerinitiative zu schreiben.

Journis tun so, als hätten sie vom politischen Betrieb nun wirklich keine Ahnung.

Ich meine, früher, die Leserbriefe zu Abstimmungen in den Zeitungen – die wurden praktisch alle von PR-Agenturen geschrieben. Macht doch wenig Sinn, wenn sich dutzende Amateurpolitiker hinsetzen, um sich während Stunden abzumühen, eine auch für das breite Publikum verständliche Argumentation zu Papier zu bringen.

Und am Schluss versauen sie’s noch mit einem vermeintlich originellen Gedanken.

Ich habe jeweils den Leserbriefmann der Monopolzeitung angerufen, man kennt sich schliesslich, und gefragt, wie viele er von den jeweiligen Parteien veröffentlichen werde. Dann habe ich mich hingesetzt und die zehn Meinungsäusserungen schnell runtergeschrieben.

Selbstverständlich wurde diese Dienstleistung „meinem Komitee“ in Rechnung gestellt.

PS: Herr Wüthrich (SP), liest man, will das frei werdende Finanzdepartement im Landkanton übernehmen und deshalb noch weitere zehn Jahre im Amt bleiben. War wohl der letzte Gedanke nach einer durchzechten Nacht.

PSPS: Es heisst nicht mehr Weihnachtsbaum, sondern: Jahresabschlussnadelpflanze mit religiös geprägtem Illuminationshintergrund.

Kategorie: Politik Stichworte: Politik

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. C.P. meint

    29. Dezember 2012 um 18:55

    Da gibts doch bloss den allzeit passenden Satz: Wir sollten dankbar sein, dass es noch solche Menschen gibt !;-)

  2. Michael Przewrocki meint

    29. Dezember 2012 um 17:41

    Mir hat noch niemand direkt beeinflusst, habe meine Kommentare, egal unter welchem Namen, immer nach meinen Ueberzeugungen verfasst. Anders geht es nicht, vor allem nicht als Fotograf. Aber eigentlich sollte ich da überhaupt keine Meinung haben! Ist mir aber piepegal wenn mir dadurch was durch die Lappen ginge.

  3. Alexander Müller meint

    29. Dezember 2012 um 13:59

    Andere bezahlen Lobbyisten, die in den Hallen von Bundesbern deren Meinungen verbreiten. Und wieder andere schicken an Wochenenden und abends ihre Parteisoldaten aus um Unterschriften zu sammeln und das Gedankengut der Parteiführung zu verbreiten.
    Die Botschaft:

    „Die Gegner der Minder-Initiative spielen mit gezinkten Karten.“

    Diese Botschaft ist jedoch falsch!

    Damit wollen die Befürworter der Initiative lediglich die Glaubwürdigkeit des politischen Gegners in Frage zu stellen. Denn dann ist es nicht mehr nötig auf dessen Argumente einzugehen.

    Dabei ist es doch letztlich egal ob Argumente von einem Gläubigen oder einem Söldner verbreitet werden. Letztlich kommt es darauf an, wer die besseren Argumente hat.

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