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Frau Herzog ist jetzt allen eine Geschichte wert, jetzt prüft sie eine Klage

23. Dezember 2012 By Manfred Messmer

20121223-082231.jpg Ach ist das eine Steilvorlage, wenn frau meint, sich den Medien verweigern zu müssen, um so die Kontrolle über das Bild, das die Öffentlichkeit von einem haben soll, zu behalten.

Die Guten von der Basellandschaftlichen Zeitung veröffentlichen ein irgendwie aus der Luft gegriffenes, ganzseitiges Hofberichterstattungsinterview, das aus einer einzigen Information besteht: sie ist bezüglich Holdingbesteuerung andrer Meinung als ihr Genfer Kollege. Weil sie meinen, als Gute ein paar verärgerte BaZ-Leser als Neuabonnenten zu gewinnen, stellen die keine Frage zur Herzog-Debatte der Woche. Hofberichterstatter halt.

Die Trittbrettfahrer von der NZZ am Sonntag kochen die Herzog-Geschichte mit frischem Pfeffer auf:

Nachdem Blochers Zeitung einen Text über die SP-Regierungsrätin voller sexueller Anspielungen publiziert hat, prüft diese nun Möglichkeiten, sich zu wehren.

Ich meine, in diesem Satz ist doch derart viel Boulevard drin, dass es Sonntagmorgens nur so kracht.

Der Spielführer von „Der Sonntag“ meldet sich zu Wort und schreibt, an der von der BaZ kolportierten „Sage eines Verhältnisses der sozialdemokratischen Regierungsrätin zu ihrem Partei- und Amtskollegen Christoph Brutschin“ sei überhaupt nichts dran. Schliesslich hätten sie das Gerücht auch recherchiert.

Das Gerücht wird dann der geneigten Leserschaft so weitergereicht:

Denn Fakt ist, dass das bekannte und völlig naheliegende freundschaftliche Verhältnis der Regierungsräte samt Familien schon seit mehr als einem Jahr von unbekannten Quellen in ein amouröses Verhältnis umgedichtet wurde. Dem «Sonntag» wurde dies ebenfalls zugetragen und die Redaktion hat es als das behandelt, was es ist: ein diffuses Gerücht mit politischer Sprengkraft, gerade in einem Wahljahr.

Diesem nachzugehen sei journalistische Pflicht gewesen. Denn wenn zwei Regierungsräte miteinander turteln, sei das von öffentlichem Interesse .

Ach wie nett. Ohne Herrn Bahnerth hätten wir das auch nie erfahren.

Und so können sich an diesem Wochenende vor Weihnachten, wo sonst nicht viel läuft, dank Frau Herzogs dilettantischem Umgang mit den Medien (sie liefert der NZZ ohne Not die Fortsetzungsgeschichte), einige Journis auf ihre ganz eigene Art an der BaZ reiben.

Und ich habe einen neuen Blogeintrag. Fröhliche Weihnachten, Frau Herzog.

Kategorie: Medien Stichworte: Medien

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

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