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Elbphilharmonie von Herzog & de Meuron: „Es ist ein scheußliches Projekt“

17. Dezember 2012 By Manfred Messmer

20121217-101027.jpgHerzog & de Meuron – wenn der Doppelname auch nur geraunt wird, werfen sich Politiker und Stadtplaner in den Staub. Besonders in Basel, wo der monumentale, aggressive Roche-Turm (Bild) realisiert wird.

In Hamburg haben die beiden „Stararchitekten“ – das Wort steht für „Hochbauzeichner auf Egotrip“ – Schiffbruch erlitten, mit ihrem gigantischen Konzertsaal, der Elbphilharmonie. Als wäre es ein Calatrava laufen auch beim Hamburger H&dM-Projekt die Kosten derart aus dem Ruder, dass die Stadt deswegen in ernsthafte Probleme rutscht.

Der SPIEGEL macht Schluss mit der Stararchitektur und plädiert dafür, die Elbphilharmonie nicht fertig zu bauen.

Deshalb:

Hamburg könnte vorangehen und öffentlich verkünden, dass man einen Fehler gemacht hat. Dass man sich den Unsinn mit der „Leuchtturmarchitektur“ von Imagestrategen hat aufschwatzen lassen. Dass der „Bilbao-Effekt“ eine Fata Morgana der neunziger Jahre ist, die längst enttarnt ist.

Und überhaupt:

Es ist ein scheußliches Projekt. Seine Beeindruckungsästhetik nervt, und sein Konzept passt nicht in die Zeit. Ein Konzertsaal als exklusiver Audio-Uterus in eine neoliberale Trutzburg aus Luxushotel, sündhaft teuren Eigentumsapartements und zugiger Aussichtsplattform für den Plebs?

Kategorie: Einsichten Stichworte: Einsichten

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Haguhans meint

    18. Dezember 2012 um 3:15

    Genau. Mal Schluss machen. Genug Geld rausgeworfen ist genug Geld rausgeworfen. Wann kommt man eigentlich bei der NEAT auf solche Gedanken?

  2. San Gimignano meint

    17. Dezember 2012 um 14:21

    Wo er recht hat hat er recht, der Herr Messmer. HdM produziert eh nur Trottenkunst (das wiederum versteht nur die Wachowskyseele von Herrn Messmer). Auch die ursprüngliche TannzapfenDNA der Roche war purer Kitsch. Dass Grossraumphalli bald nur noch Zeitdokumente versunkener Bürokratien sein werden ist inzwischen wohl auch klar.

  3. U. Haller meint

    17. Dezember 2012 um 12:26

    Das erste Projekt

    http://www.onlinereports.ch/Wirtschaft.98+M52f4c45337f.0.html

    hätte wenigstens noch das gewisse spezielle Etwas aufgewiesen, wie die weiland bachab geschickte Calatrava-Brücke. Vertane Chancen rächen sich mal….

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