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Der tägliche Mayakalender

11. Dezember 2012 By Manfred Messmer

20121211-080057.jpgMarshall McLuhan schreibt 1970 in seinem Epochewerk „Das Medium ist die Botschaft“, dass

Radio und Fernsehen zu einer „Dauerbelastung“ des ganzen Seelenlebens der Gemeinschaft werden. Und diese einschneidende Tatsache schafft das besondere kulturelle „Aroma“ jeder Gesellschaft.

Hört man sich die Morgennachrichten an, was ich schon seit einiger Zeit möglichst vermeide, dann scheint es, dass das „kulturelle Klima“ unserer Gesellschaft schwer nach Untergang riecht.

Radiojournalismus bedeutet doch, schon zum Frühstück vor uns das ganze Elend dieser Welt auszubreiten.

Damit wir schon gar nicht auf die Idee kommen, man könnte sich bei frisch aufgebrühten Kaffee, bei knusprigen Brot, süssem Waldhonig und reichlich Butter – warum nicht noch zwei Spiegeleier und etwas französischer Käse dazu? – des Lebens freuen.

Wir stellen uns also vor, wie sich heute wieder Zehntausende, solcherart psychisch konditioniert vom täglichen Mayakalender des Radiosenders, aufmachen, ihren Tag zu bestreiten. Macht das Spass, kommt da Freude auf?

Es wird ja immer mal wieder die Frage gestellt, weshalb Menschen, die mit weit weniger auskommen müssen als wir, glücklicher sind.

Meine These: Die hören keine Morgennachrichten.

PS: Dr. Goebbels Rede über den Rundfunk

Kategorie: Medien Stichworte: Medien

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. merlinx meint

    11. Dezember 2012 um 10:12

    Im Gegenteil, bei mir läuft am Morgen immer SWR2, das beste Radio in der „Region“ (grenzüberschreitend), ich mag einfach gute Stimmen, die flüssiges Hochdeutsch sprechen, lockerer Mix aus Information und Musik, auch mit Bezug zu Basel, und der erste Politiker wird schon kurz nach sieben oft unsanft durch die Mangel gedreht …

    • M.M. meint

      11. Dezember 2012 um 10:20

      Okay, das mit der Musik dazwischen – ich hörte heute DRS4 (oder wie der jetzt heisst), den Nachrichtensender, deswegen dieser Post.

      Aber Herr G. hat schon recht: um das Volk zu konditionieren, braucht es einen Mix zwischen fröhlicher Musik und Elendsnachrichten (Politiker durch die Mangel drehen).

      Haben dann auf einen amerikanischen Internetjazzsender gewechselt, da schnorren sie nie.

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