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Herr Romney liegt in Umfragen vorne – in zweien

15. August 2012 By Manfred Messmer

 

Übrigens – es ist ja nicht so, dass Herr Obama in allen Umfragen vorne liegt.

Bei immerhin zwei von sieben von Real Clear Politics regelmässig ausgewerteten Umfragen liegt Herr Romney aktuell vor Herrn Obama: bei Rasmussen (1‘500 mögliche Wähler) mit plus 3% und bei Gallup (3050 registrierte Wähler) mit 2%.

Diese beiden Umfragen sind übrigens die einzigen, die fortlaufend  durchgeführt werden (neuer Tag rein, ältester Tag raus).

 

Die nächste Grafik zeigt die derzeitige Stimmung in den einzelnen Bundesstaaten.

Selbstverständlich ist das Rennen noch nicht gelaufen und selbstverständlich liegt Herr Obama mit 237 Elektorenstimmen (Romney 191) vorne.

Es handelt sich um eine interaktive Karte, weshalb man mögliche Ergebnisse selbst simulieren kann (hier lesen, im Unterschied zu den Holzmedien ja nur intelligente Leute mit).

Wichtige Staaten in diesem Wahlkampf sind Ohio und Florida. Letzterem könnte, wie schon im Rennen Bush junior und gegen Gore, wieder die entscheidende Schlüsselrolle zufallen, sollten Wackelstaaten an Romney fallen.

Herr Romney hat einen Vize aus Wisconsin gewählt. Das war ein kluger Schachzug, denn dieser Staat ist an sich in sicheren Händen der Demokraten. Doch die latente Unzufriedenheit gerade auch in der demokratischen Wählerschaft macht Wiskonsin zum Wackelstaat.

In einer von den Gewerkschaften und Demokraten erzwungenen „Recall Election“ des Gouverneurs, wurde „der erzkonservative Republikaner„ Walker (SPON) im Juni im Amt bestätigt.

Das ist durchaus als positiver Schub für das Romney-Lager zu werten. Zumal es seinem Vizepräsidentschaftskandidaten gelang, in einem „demokratischen“ Wahlbezirk mit über 65% Wählerstimmenanteil ins Repräsentantenhaus gewählt zu werden. Wenn dieser Staat in den nächsten Wochen kippen sollte, dann wird es spannend.

Die Entscheidungsschlacht könnte jedoch im Nachbarstaat Iowa geschlagen werden.

Wie wichtig Iowa für Herrn Obama inzwischen geworden ist, zeigt der eher ungewöhnliche Umstand, dass der Chef des Weissen Hauses gerade eben erst drei geschlagene Tage in diesem Wackelstaat auf Wahlkampftournee war.

Aufgrund der amerikanischen Berichterstattung kann man die aktuelle Stimmung in den USA wohl so zusammenfassen: Kaum jemand mag Herrn Romney und die Leute haben genug von Herrn Obama.

Entscheidend dürfte also die Frage sein, wer von den beiden am 6. November in der Wahlkabine den geringeren Widerwillen zur Wahl auslöst.

PS: Herr Obama hat den Friedensnobelpreis nicht zuletzt wegen seiner grossspurigen Ankündigung zugesprochen bekommen, er werde Guantanamo schliessen. Als er das versprach, war er noch Kandidat. Als Präsident ordnete er die Schliessung am ersten Tag seiner Präsidentschaft an. Dreiundeinhalb Jahre später sagen die Gefangenen dort: No, he can’t.

Kategorie: Politik Stichworte: USA

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

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