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Eurokrise

23. Juli 2012 By Manfred Messmer

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Jetzt fällt mir auf, dass wir noch immer fünf Zeitungen plus ein Wochenmagazin abonniert haben. Eigentlich sind das viel zuviel.

Gehörte ich zur Papierfraktion, hätte ich allerdings heute im „Sonntag“ die Kolumne des Ex-Kollegen Matter nicht gelesen.

Gut, ich hätte auch nicht viel verpasst.

Herr Matter schreibt, er halte sich derzeit in der Nähe von Barcelona auf, fasst ein paar Agenturmeldungen zusammen, wie schwierig die Lage sei und leitet dann über zum Defizitproblem des Landkantons und meint, dass dieses im Vergleich zu Spanien ein Luxusproblem sei, ein Vergleich, der nun wirklich kompletter Unsinn ist.

Ich kann nicht sagen, wie der Durchschnittsportugiese von der derzeitigen Eurokrise hier in Lissabon betroffen ist. Weil ich noch mit keinem Durchschnittsportugiesen geredet habe. Das liegt zum einen an der Sprache, zum anderen aber auch daran, dass es mich eigentlich nicht interessiert, was der Durchschnitsportugiese zur Weltlage meint.

Der Durchschnitt fühlt sich immer ungerecht behandelt. Egal wie die aktuelle Wirtschaftslage ist.

Klar lese auch ich Zeitung, siehe oben. Aber so rein optisch ist nichts von einer schwierigen Wirtschaftslage zu bemerken. Der Verkehr verläuft werktags zumeist stockend, dabei bewegen sich die Spritpreise auf Schweizer Niveau. Es gibt kaum einen leerstehenden Laden, im Zentrum schon gar nicht. Die Leute gehen auswärts essen, ob sie das früher mehr getan haben, weiss ich nicht.

In Basel hat es rund um den Bahnhof mehr Penner als hier im weitläufigen Zentrum.

Zwar herrscht Ausverkauf, doch der ist auf den Monat Juli zurückzuführen und weniger auf eine allfällige Panik. Die Preise bei H&M, nebenbei bemerkt, sind nicht tiefer als bei uns. Und das gilt auch für Preise der meisten Luxusmarken. Billiger ist es hier, weil der Franken derart an Wert zugelegt hat.

Und wirklich billig sind die Taxis. Vom Zentrum zu unserem Hotel kostet die U-Bahn für zwei 3 Euro. Dann geht es zu Fuss noch fünf Minuten steil den Hügel hinauf. Die selbe Strecke inkl. Hügel kostet mit dem Taxi gerade mal vier Euro.

Die Martkwirtschaft entscheidet sich gegen die U-Bahn.

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Kategorie: Bonum Iter Stichworte: Lisboa

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Markus Saurer meint

    23. Juli 2012 um 10:00

    haha… guter Witz… mit einem Durchschnittsportugiesen sprechen … das dürfte selbst bei hervorragenden Sprachkenntnissen unmöglich sein, weil es den DP gar nicht gibt.

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