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Nachtrag zum 1. Mai: Die Proletarier sterben aus

2. Mai 2012 By Manfred Messmer

Man schaue sich mal dieses Bildchen an: Das ist der 1. Mai-Umzug in der Kantonshauptstadt des Baselbiets, Liestal.

Nein, die in den roten Uniformen vorneweg gehören nicht dazu. Das sind Bezahltstatisten.

Hinten, dieser traurige Haufen mit dem grossen Transparent und den paar roten Fähnchen, das sind die letzten Oberindianer vom Stamme der Proletarier des Landkantons.

Wer bei der Bildstrecke bei der Basellandschaftlichen Zeitung genauer hinguckt, der sieht, dass da erst noch etliche Stadtbasler darunter sind, sonst wären es noch weniger.

Das ganze Elend dieser Veranstaltung sieht man auf dem Bild 2: da hockt verloren der letzte Rest des Proletariats. Nächstes Jahr stellen sie wohl nur noch ein Zweierzelt auf.

Schaffen wir also den 1. Mai im Kanton Baselland einfach ab. Dann sparen wir uns nämlich mehrere hunderttausend Franken. Weil dem Harrassenlauf dann ebenfalls der Feiertag fehlt.

PS: Man beachte das Plakat im Vordergrund. Der ganze Kanton ist damit zugepflastert. Ein starkes Plakat. Optisch und inhaltlich wird die komplizierte Sparvorlage auf den Punkt gebracht. Frage an Radio Eriwan: Wer vertritt eigentlich die Ja-Kampagne und wann fangen die an, sich am Strassenrand optisch in die Diskussion einzumischen?

Kategorie: Unterhaltung Stichworte: Unterhaltung

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Carl meint

    2. Mai 2012 um 17:51

    Das ist doch überall in den westlichen Ländern so. Die Proletarier sterben aus. Die Arbeit wird nach Südostasien verlagert. In Europa wird es immer mehr Dienstleistungsjobs geben.

  2. merlinx meint

    2. Mai 2012 um 16:45

    Nein, sie haben sich bloss zu Rentnern gewandelt.

    Schon rufen sie, die ruhmreichen Veteranen des Klassenkampfes, zur Verteidigung von Säule 1 und 2 auf, – die Senioren-Residenz Schweiz droht in eine gefährliche Schieflage zu geraten.

    Die Transparente sind gemalt, die Parolen ausgegeben: Keine Schuldenbremse bei Sozialausgaben! Keine Senkung des Umwandlungssatzes! Keine Erhöhung des Rentenalters!

    Gegen ein bisschen Umverteilung und Quersubvention kommen wir einfach nicht an …

    • Haguhans meint

      4. Mai 2012 um 11:21

      Man kann sich dem entziehen, indem man entweder auswandert, oder die Seite wechselt und selbst zum Nettobezüger wird. Motto: „Sollen die anderen das System finanzieren mir reichts“. Wie lange das wohl noch funktioniert ??

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