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Delete „Kolonialismus“, paste „CO2“

29. November 2011 By Manfred Messmer

Im südafrikanischen Durban findet die Fortsetzung des Klimagipfels von Kopenhagen statt. Rechtzeitig dazu wird gemeldet, dass die Schweiz den wärmsten November seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt.

Einmal abgesehen davon, dass ich diesen verlängerten Herbst genossen habe, wäre er, die Temperaturen des letzten Novembers dazugezählt und dividiert durch zwei, auch nur durchschnittlich gewesen.

Interessant fand ich im Durban-Zusammenhang eine Reportage auf Radio DRS vor zwei Tagen. Da schildert der Reporter die Auswirkungen im Norden von Nigeria. Eine Frau spricht folgenden Satz ins Mikrofon: „Als ich noch jung war, hat es immer am 20. Oktober zu regnen begonnen und das dauerte bis Januar, dann konnten wir ernten.“ Das sei jetzt nicht mehr so.

Wow. Die hatten Wetter aufs Datum genau.

Der Reporter stellt dann fest, dass er das Dorf, das er besuchen wollte, wegen Hochwasser  im Moment nicht erreichen kann. „Aber schon bald wird hier wieder Dürre herrschen.“ Wegen des Klimawandels, verursacht durch den CO2-Ausstoss des reichen Nordens.

Und dann kommt der erstaunliche Schnitt.

Die einstigen Wälder der Gegend seien kahl geschlagen worden, weil die Leute das Brennholz völlig ineffizient nutzten. Eine deutsche Hilfsorganisation baue den Bewohnern Öfen, die nur noch einen Sechstel des Brennholzbedarfs benötigen. Abspann und Konklusion: Der Norden als Verursacher der Klimaerwärmung muss dem Süden mehr Hilfsgelder schicken.

Delete „Kolonialismus“, paste „CO2“.

 

 

Kategorie: Klimawandel Stichworte: Klimaerwärmung

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Urs Gygli meint

    29. November 2011 um 20:03

    Ich bewundere immer wieder Ihren Optimismus, mit dem Sie versuchen, unser Staatsradio, das Staatsfernsehen und die Qualiätspresse ernst zu nehmen und die Hoffnung nicht aufgeben, doch noch etwas Gescheites oder Zutreffendes darin zu finden.

  2. Gotte meint

    29. November 2011 um 13:54

    deutscher rotwein (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,799044,00.html) – ich weiss nicht, wie man ernsthaft den klimawandel bezweifeln kann.

    • M.M. meint

      29. November 2011 um 20:24

      Gebe mich geschlagen, ich meine, wenn das der SPIEGEL schreibt.

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