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Herbst und die Schweiz im Rücken

19. Oktober 2011 By Manfred Messmer


Ich bin öfters in Zürich. Beruflich und privat. Mir gefällt der See, bin beeindruckt von den Bergen im Hintergrund, die Stadt ist lebendig, die Leute gut im Tuch.

Doch ich könnte nicht in Zürich wohnen. Zu wissen, dass, wie weit man auch schauen kann, immer nur Schweiz ist, ist mir eine unerträgliche Vorstellung.

Ich schaue zum Fenster hinaus, nach Westen.

Dort liegt Frankreich. Die Landskron (die Schachtel am Horziont) ist meine gedankliche Wegmarke nach Paris.

Ich schaue nach Norden, dort sehe ich den letzten Zipfel von Deutschland. Geradeaus, an Freiburg, meiner Geburtsstadt vorbei, liegt etwas weiter hinten Hamburg.

Das sind Fantasien, die ich mag.

Wir haben die Schweiz im Rücken. Unser Blick ist nach draussen gerichtet.

Wir haben einen Fensterplatz. Die Fensterplätze sind immer die besten.

Erstaunlich eigentlich, wie wenig wir in dieser Ecke des Landes aus dieser einzigartigen, gegenüber den anderen Schweizern privilegierten Sicht auf die Dinge machen.

Es ist Herbst. Meine liebste Jahreszeit. Deshalb mal ein Bild mit vielen Pixeln und in Farbe.

Kategorie: Politik

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Wahrsager meint

    20. Oktober 2011 um 17:24

    Beim grossen Erdbeben wird sich der Horizont automatisch erweitern.

  2. mehrlinks meint

    20. Oktober 2011 um 11:56

    Kommen Sie uns jetzt nicht mit einer prächtigen Herbstfuge … welch ansteckende Wehmut …

    Ob hier am Fensterplatz, oder weiter innen im Land auf und hinter dem Ofen, es kommt auf das Gleiche hinaus.

    Gepflegte Schaulustigkeit (ja wie machen’s denn die Andern), gepaart mit verlogener Abwehrhaltung (sorry, bei uns hat’s keinen Platz mehr), das wären zwei der CH-Akzidentien, das Nicht-dabei-sein-wollend-weil-keine-Nation-Seiende die CH-Essenz.

    M.M., sind Sie etwa ein heimlicher Sezessionist?

    • M.M. meint

      20. Oktober 2011 um 12:17

      Eine Republik Oberrhein – das wäre spannend.

      Mir liegen die Elsässer (grossmütterlicherseits), die Badenser (Geburt) wesentlich näher als die Urner. Mein Grossvater (mütterlicherseits) kam 1876 in Basel zur Welt.

      • mehrlinks meint

        20. Oktober 2011 um 13:49

        Da mache ich mit – aber nur, wenn ich mein „Stöckli“ im Emmental behalten darf …

  3. Michael Przewrocki meint

    20. Oktober 2011 um 9:59

    Phöteli/Föteli: Wenn es Begriffe sind für kleine Fotos ok, aber sonst etwas abschätzige Begriffe.

    • barbara umiker krüger meint

      20. Oktober 2011 um 19:43

      in unserem einfachen. dialektgefärbten Hochdeutsch sagen wir das halt so…
      Aber damit’s allen klar ist: Lieber Herr Messmer: Sie haben uns eine wunderschöne Photographie (ganz altmodisch mit einem doppelten „ph“) zugänglich gemacht.

  4. barbara umiker krüger meint

    19. Oktober 2011 um 22:44

    Man kann ja auch mal ganz schlicht bleiben und sagen: ein wunderbares Phöteli!

  5. Michael Przewrocki meint

    19. Oktober 2011 um 22:35

    Dass Sie nicht ins Inland kucken müssen, verdanken Sie pflichtbewussten Eidgenossen, welche bei der Schlacht von Dornach-im letzten Moment, es brannte auch anderswo-die Region vor fremdem Joch bewahrt haben. Hochinteressante und aktuelle Geschichte. Pflichtlektüre!

  6. quer meint

    19. Oktober 2011 um 20:14

    Also geradeaus, an Freiburg vorbei, landen Sie nach Norden hin unweigerlich bei den ostfriesischen Inseln. Genauer auf Spiekeroog. Und das sind ca. 200 km westlich von Hamburg. Es ist aber immer gut, von CH aus über den Tellerrand zu schauen. Aber: Wer macht das schon?

    • M.M. meint

      19. Oktober 2011 um 22:17

      Na ja, kurz vor Boizenburg biege ich immer ab. In Gedanken.

  7. befi meint

    19. Oktober 2011 um 19:33

    Das ist in etwa das Schönste, was du je geschrieben hast! Aufgewachsen im Dreiländereck im Osten des Landes kann ich das sehr gut nachvollziehen. Doch nach 20 Jahren in Zürich bin ich so etwas wie eine Heimwehzürcherin. Kann die Stadt zum Wohnen nur empfehlen – der Motor der Schweiz. Ist auch ein schönes Gefühl dort zu leben wo die Kraft herkommt 🙂

  8. Michael Przewrocki meint

    19. Oktober 2011 um 18:53

    Die Schweiz ist super, speziell die Region. Eigenbrödlereien müssen verschwinden.

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