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Goodby Google – wir sparen jetzt Strom

8. Juni 2011 By Manfred Messmer

Weil es gerade zum Tagesthema passt – wir alle müssen Strom sparen. Deshalb ersetzen wir die gute alte Glühbirne durch Stromsparlampen. Und energiefressende Kühlschränke durch sparsamere und Autos durch Elektrovelos.

Und überhaupt, wir drehen das Licht aus, wenn wir aus dem Zimmer gehen und selbstverständlich auch alle Standbygeräte bei Nichtgebrauch.

Ja, wir sind alle bereit, unseren Lebenswandel anzupassen. Sind wir das tatsächlich? Zum Beispiel den inzwischen bedeutenden Energiefresser Internet abstellen?

Nehmen wir  einen einfachen Suchauftrag bei Google,  wie beispielsweise „Hotels Rom“. Nach dem Enter-Befehl rauscht diese Frage durch rund 1’000 Google-Server in verschiedenen Google-Datenzentren. Die Computer dort durchsuchen Milliarden von Webseiten und liefern in durchschnittlich 0.2 Sekunden eine Antwort.

In terms of greenhouse gases, one Google search is equivalent to about 0.2 grams of CO2.

Rechnet Google vor.

Doch da kommt einiges zusammen, wenn man das mit der rund 1 Mia. täglichen Suchanfragen hochrechnet und dazu noch die 60 Mio. Facebook-Statusmeldungen addiert, plus 50 Mio. Tweets und 250 Mia. E-Mails pro Tag. Die IT-Branche produziert ungefähr gleich viel CO2 wie die Flugindustrie.

Die gigantischen Serverfarmen von Google, Apple, Facebook, Amazon und so weiter und so fort verbrauchen für den Betrieb der Computer und für deren Kühlung Strom. Ziemlich viel Strom:

Apples neues iDataCenter, das unter anderem für das eben erst angekündigte Cloudcomputing benötigt wird und rund eine Milliarde USD kostet, verbraucht 100 MW. Apples Anlage ist Teil von mehreren Datenfarmen, die derzeit in Nord-Carolina gebaut werden und die mit billigem (5,5 US-Cent per Kilowatt) Kohlestrom beliefert werden.

Facebook baut eine Anlage mit einem Strombedarf von 40 MW.

Was lernen wir daraus? Nichts.

 

Kategorie: Klimawandel Stichworte: AKW

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. bugsierer meint

    8. Juni 2011 um 18:29

    na ja, lieber messmer, ich könnte jetzt zurückgeben und sagen: wenn ich extra nach rom fahre, um ein hotel auszuchecken, geht die welt erst recht zu grunde. in ihrem rant fehlt der nutzen. das internet wird eine schlüsselrolle in der energiewende spielen. und nicht dur das. sondern auch das:
    http://www.helge.at/2011/06/die-unbequemen-kommen/

    • M.M. meint

      8. Juni 2011 um 18:48

      http://j.mp/kpT6hE

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