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Wahlregion 2: Ein Sitz mehr für die SVP; FDP, SP, CVP verlieren

2. März 2011 By Manfred Messmer

Mandatsverteilung Wahlregion 2 (Reinach, Münchenstein, Muttenz, Laufen): 32 Mandate

M.M./h.s. Ausgangslage: Um in der Wahlregion 2 einen Sitz zu erreichen, braucht es einen Wähleranteil von 3.1%. 2007 reichten bereits 2,9%.

Die EDU nimmt nicht mehr teil. Deren 0,32% gehen zur SVP und zur EVP. Neu treten in der Wahlregion 2 die BDP und die Grünliberalen an.

Während die BDP vor allem bei den FDP-Konservativen und in Reinach beim PER-Anhang punkten wird, ist das Jagdgebiet der Grünliberalen grösser. Sowohl die rechten Flügel der SP und der Grünen als auch der linke Flügel der FDP können attackiert werden.  Zudem holen beide neue Parteien Stimmen aus dem Nichtwählerlager. Die GLP punktet bei Neuwählern.

Auch in dieser Wahlregion wird die FDP die Wahlabstinenz ihrer Anhänger im Zusammenhang mit der Theaterabstimmung zu schaffen machen. Aufgrund der dezidierten Pro-Theaterhaltung und eines inzwischen kantonsweit bekannten Kandidaten dürften jedoch im Wahlkreis München-Arlesheim die alten Stammwähler nochmals bei der Stange gehalten werden Ein gutes persönliches Ergebnis für Herrn Stückelberger wäre ein Fingerzeig an die FDP-Vorstandsriege in Liestal. Die FDP punktet in diesem Wahlkreis mit der Formel „Kandidat stärker als Programm.“

Die SVP setzt zur Grossattacke an. Im Laufental, und in den Wahlkreisen Reinach-Aesch-Pfeffingen und Muttenz-Birsfelden wird sie stark zulegen. Sie punktet mit der Formel „Programm stärker als Kandidaten“.

Die SP verliert nur wenig.

Auf der Gewinnerseite punkto Wählerstimmen werden SVP, GLP und BDP stehen. Verluste sind für SPS,  FDP sowie CVP zu erwarten. Die GPS und die EVP müssen kämpfen, um ihren Wähleranteil des Jahres 2007 zu halten.

 

Voraussage für die Parteien

Die SVP braucht nur wenig, um einen Sitz hinzuzugewinnen, jedoch einen rechten Sprung für zwei Sitzgewinne.

Die SP braucht relativ geringe Stimmenverluste (5% ihrer 2007-Wähler), um einen Sitz zu verlieren. Ohne eigentliche Zugpferde in Reinach-Aesch-Pfeffingen und aufgrund des allgemeinen Trends ist ein Sitzverlust wahrscheinlich.

Die FDP muss im Laufental Stimmen an die SVP abgeben (die alte VBL-Connection zieht nicht mehr), in den stadtnahen Gemeinden wird sie Stimmen an die GLP, die BDP und die SVP verlieren. Gerade in diesen Gemeinden wird ihr die Wahlabstinenz unter den Theaterbefürwortern Probleme bereiten. Resultat: ein Sitzverlust.

Die CVP wird sowohl im Laufental als auch in Reinach-Aesch-Pfeffingen Wähleranteile an die SVP abgeben. Es wird zu einem Sitzverlust kommen.

Die GPS bräuchte zu viele Stimmen, um einen Sitz dazu zu gewinnen, hat aber genügend Reserve, um keinen zu verlieren: 3 Sitze.

Die EVP hat ihren Sitz auf sicher. Für einen zweiten Sitz müsste sie in Reinach-Aesch-Pfeffingen und Münchenstein-Arlesheim stark zulegen, doch dafür fehlen ihr die Kandidaten.

Die SD konzentriert ihre Kraft auf die Wahlregion 2. Sie kann auf nicht mehr als ihre geschrumpften Stammwählerschaft hoffen. Es könnte knapp reichen.

Die BDP hat dank dem PER-Anhang in Reinach zumindest Aussicht auf einen Sitz. In Münchenstein-Arlesheim und Muttenz-Birsfelden sind ihre Listen zu schwach besetzt. Aber zu 3,1% könnte es reichen: ein Sitz.

Die GLP hat sehr schwache Listen, profitiert aber von einer gesamtschweizerischen Grundwelle: ein Sitz.


Partei Sitze 2007 Sitze 2011
SVP 7 8
SPS 8 7
FDP 6 5
CVP 6 5
GPS 3 3
EVP 1 1
GLP – 1
BDP – 1
SD 1 1

Lesen Sie morgen um 08.00 Uhr:

Wahlprognosen und Sitzverteilung für die Wahlregion 3 (Pratteln, Liestal) aufgrund der Prozent-Hürde, nationaler Trends und des Verteilmechanismus des Proporzsystems.

 

Kategorie: Politik Stichworte: Wahlen

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

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Kommentare

  1. M.M. meint

    2. März 2011 um 7:42

    Berger und Mohn sind beide aus Aesch. Die Konkurrenz in Reinach wird nicht schlafen. Man kann deshalb davon ausgehen, dass bei den CVP-Anhängern in Reinach die Aescher kräftig gestrichen werden. Berger ist gefährdet, weil Mohn vom Frauenbonus profitiert.

    Bei Ihrer Prognose betreffend der Kandidatur D. Ceccarelli in Pfeffingen widerspreche ich Ihnen nicht 🙂

    • M.M. meint

      2. März 2011 um 10:09

      Weil wir mit dieser Analyse nicht unsere persönlichen Präferenzen kundtun, noch ein Wort zur Kandidatur Ceccarelli:

      Die FDP wird den Sitz aller Voraussicht nach im Laufental verlieren, Stichwort umstrittene Gemeinderätin von Laufen.

      Ceccarelli deckt mit seiner Positionierung sehr gut die SVP-Trends im Wahlkreis Reinach-Aesch-Pfeffingen ab. Die Aescher Gemeinderätin, Frau Hollinger, ist für den liberalen Flügel attraktiv – eine gute Konstellation also, um die beiden Sitze zu halten.

      So, damit aber noch nicht genug. Wegen der durchaus möglichen Restmandatsgeschichte (zugunsten GLP,BDP,CVP,SD und FDP) kann es dazu kommen, dass der Wahlkreis Reinach übervertreten sein wird. Das kann eine Verschiebung von bis zu drei Mandaten zur Folge haben.

      Dann wäre Ceccarelli möglicherweise weg vom Fenster.

  2. Stephan Gassmann meint

    2. März 2011 um 7:32

    Auch hier sehe ich die Wahlprognose leicht anders: Die FDP wird 2 Sitze verlieren; ich vertrete die Ansicht, dass der Sitz von D. Ceccarelli akut gefährdet ist. Wenn überhaupt wird die BDP einen möglichen Sitz im oberen Kantonsteil erobern. Im unteren Kantonsteil inkl. Laufen ist sie ein „no name“. Die CVP wird ihre 6 Sitze knapp halten können, dies dank den starken Kandidaturen von Sabrina Mohn und Urs Berger, Beatrice Herwig, Claudio Botti oder aber auch Simon Oberbeck.

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