• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen

arlesheimreloaded

Mäuse schultern Elefanten. Seit 2005.

  • Home
  • Datenschutz

Gunnar Heinsohns Bruderkriegsindex

23. Februar 2011 By Manfred Messmer

Wir erhalten jede Menge Erklärungen zu den arabischen Aufständen von den Altvorderen des Schweizer Journalismus, den sogenannten Nahostexperten. Kann jemand aus der Leserschaft mit deren Analysen etwas anfangen? Wissen die mehr, als das, was jeder mit Vernunft geplagte Nordeuropäer googeln kann?

Hat einer von diesen Experten derartige Eruptionen vorausgesagt? Eben.

Anders Gunnar Heinsohn. Der weist schon seit Jahren auf das Gewaltpotenzial in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas hin. Dieses Gewaltpotenzial hat einen einzigen Grund: Zu viele junge Männer.

Heinsohn hat jetzt einen „Bruderkriegsindex“ aufgestellt. Je ungünstiger das Verhältnis der 50 bis 65-jährigen Männer zu 15 bis 29-Jährigen, desto grösser ist das (Bürgerkriegs)-Potenzial eines Landes.

Will man verstehen, warum Tunesien relativ schnell wieder ruhig wird und die Armee den Präsidenten Ben Ali gefahrlos fallen lassen kann, dann hat das mit seinem kleineren Bruderkriegsindex von ungefähr 2 zu tun. In diesem Land mit einem Durchschnittsalter von dreißig Jahren stehen nur zwei Zwanzigjährige gegen einen Fünfzigjährigen. Überdies folgen auf 1000 junge Männer von 15-29 Jahren nur noch 850 Knaben zwischen 0 und 14. Das liegt daran, dass die Kinderzahl pro Frau zwischen 1970 und 2007 von 7,1 auf 1,7 absinkt.

Was wir erleben, ist ein Generationenkonflikt, wie ihn Europa in einer weitaus gemässigter Form, jedoch aus ähnlichen Gründen in den sechziger Jahren mit den Babyboomern erlebt hat.

Die aktuell höchsten Indizes von rund 5 werden in Ländern wie Niger und Uganda oder Gaza und Jemen erreicht. Auf 1.000 Männer der Generation, die aktuell die Machthaber, Unternehmer, Chefs, Verwaltungsspitzen, Professoren, Lehrer, Journalisten und sonstigen Funktionseliten stellen, folgen 5.000 junge Männer zwischen Pflichtschulabschluss und Universitätsexamen, die den Lebenskampf aufnehmen müssen.

Nur gut ausgebildete Menschen nutzen die neuen Kommunikationskanäle wie Twitter und Facebook. Was vielleicht auch ein Hinweis darauf ist, dass diese jungen Frauen und Männer uns näher stehen, als beispielsweise den Taliban am Hindukusch. Und sie müssen satt sein.

Heinsohns unsentimentale Analyse:

Bei gleich hohem Bruderkriegsindex variieren die Gewaltpotenziale nach dem Wohlstand der betroffenen Nationen. Länder mit extremer Armut werden eher Hunger und Apathie erleben, während in solchen mit Wirtschaftswachstum oder zumindest ohne Einkommensrückgang mehr Kraft und Intelligenz für Informationstechnik und Bewaffnung für das gegenseitige Ausschalten zur Verfügung stehen.

Vollständiger Beitrag: Bruderkriegsindex der arabischen Aufstände

Kategorie: Einsichten Stichworte: Mittlerer Osten, Nordafrika

Über Manfred Messmer

Der Autor war zwölf Jahre Journalist: Freelancer, zeichnender Redaktor, stv. Chefredaktor, New-York-Korrespondent, Chefredaktor zweier Wochenzeitungen; CEO und Mitherausgeber von bazonline. 1986 bis 2024 Gründer und Senior-Partner messmerpartner PublicRelations.
Sie erreichen mich: arles.prodigy052@passmail.net

Seitenspalte

Kommentare

  • Daniel Flury zu Serienuniversum
  • Baresi zu Serienuniversum
  • Franz zu Serienuniversum
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans
  • Siro zu Der Plan eines Plans
  • Isaac Reber zu Der Plan eines Plans

Letzte Beiträge

  • Bildschirmfoto 2026 09 15 um 09.51.24Die Hypothek Lauber
    15. September 2026
    Der frühere Bankratspräsident der Basellandschaftlichen Kantonalbank, Thomas Schneider, hat der […]
  • ScreenshotSerienuniversum
    14. September 2026
    Nein, damit will ich mich gar nicht erst beschäftigen: mit dieser politischen Kakophonie auf allen […]
  • Riebli peterDie Beute
    11. September 2026
    Bei den nationalen Wahlen 2027 zeichnet sich im Baselbiet eine neue Normalität ab: Wer für den […]
  • SnapseedEin Hoch aufs Staatsversagen II
    10. September 2026
    Wenn wir gestern ein Hoch aufs Staatsversagen gesungen haben, kommen wir nicht umhin, die Leute zu […]
  • Kantonsspital Baselland Standort BruderholzEin Hoch aufs Staatsversagen
    9. September 2026
    In Liestal schaut jede Kommission durch ihre eigene Brille auf dasselbe Spital. Die […]
  • IMGDer Plan eines Plans
    8. September 2026
    Isaac Reber tritt ausgerechnet in jenem Moment ab, in dem sein grösstes Vermächtnisprojekt zur […]
  • ScreenshotRutschung.
    7. September 2026
    Die politische Verschiebung im Osten Deutschlands lässt sich an meinen Lesegewohnheiten ablesen. […]

Kategorien

Transparenzhinweis

Dieser Blog arbeitet mit Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) als analytischer Komponente, konfiguriert durch einen Masterprompt mit festen Analyseparametern. Die Texte stammen von mir; Verantwortung und Redaktion sind vollständig menschlich.

Claude und ChatGPT lieferern Analyse, Recherche und Gegenargumente in Echtzeit — nicht als Ghostwriter, sondern als kritisches Korrektiv.

Das System operiert im Modus ⟦1:1⟧: eine funktionale Allianz getrennt arbeitender neuronaler Netze.

Für die Nachwelt gespeichert

web analytics


Online seit dem 22. September 2005

Copyright © 2026 · Genesis Sample On Genesis Framework