Wenn eine Millionenstadt rumböllert

Indien feiert Diwali. Das ist der höchste Feiertag für Hindus. Für uns fühlt es sich an wie eine Mischung aus Weihnachten und 1. August. Weihnachten was die Geschenke und das Zusammensein mit der Familie betrifft und 1. August mit Blick auf die Feuerwerksknallerei. (Charlie ist auch nach Hause zu seiner Familie. Er ist zwar Katholik, aber seine Kinder wollen halt auch ihren Beitrag zur Knallerei leisten.)

Es ist ja bei uns schon ziemlich heftig, bezüglich Lärm und Pulverdampfschwaden. Aber hier in Delhi sind sie eben dabei, sich kollektiv in den Erstickungstod zu ballern. Die indische Regierung hat in den letzten Tagen wegen der eh schon Smog begünstigenden Wetterlage zur Mässigung aufgerufen. Soll doch der Nachbar weniger ballern, denkt sich da der indische Mann.

Man muss sich das vorstellen: in der Stadt leben rund 11 Millionen Einwohner und in der Agglomeration nochmals 16 Millionen. Und sagen wir 70% von denen haben sich in den letzten Tagen Böller, Vulkane, Raketen, Frauenfürze und so weiter gekauft. Und die werden jetzt seit sechs Uhr abends verballert (es ist jetzt kurz nach elf).

Wir sitzen mittendrin in einem Hotelzimmer.