Konstruktive FDP by Pezzetta

Die Baselbieter FDP sah sich gestern bemüssigt, festzustellen, dass die Partei in der Öffentlichkeit nichts sagen wird.

Weder die Parteileitung noch Landräte.

So waren wir denn froh, dass man zumindest gesagt hat, zu was man nichts sagt: zur Fusionsinitiative der Grünen.

Auslöser für das quere Denken der Parteileitung unter Frau Interim Pezzetta war die Äusserung des Handelskammermannes Saladin, der seinen Verein aufseiten der Initianten positioniert hat.

Man will zu der Psst-Sache derart nichts sagen, dass man den Pressetext nicht mal auf die Website gestellt hat.

Im Klartext bedeutet die Pressemitteilung der Präsidentin Folgendes: Ihr haltet jetzt alle den Latz. Dann stimmen wir ab. Und dann halten alle wieder den Latz.

Denn von jetzt an wird nicht mehr diskutiert, zumindest nicht öffentlich.

Konstruktiv nennt die Parteipräsidentin in spe diesen Vorgang. Konstruktiv ist überhaupt das Lieblingswort von Frau Pezzetta. Was man mit „zweckdienlich“ ausdeutschen kann.

Dem Zweck dienlich – na klar doch.

Nun ist es so, dass die Wahl von Frau Pezzetta zur neuen Parteipräsidentin interessante Folgen haben wird. Denn im unteren Kantonsteil organisiert sich der Widerstand gegen ihre Wahl.

Wobei derzeit niemand ernsthaft daran glaubt, dass ihr Kontrahent, Paul Hofer, eine Chance hat.

Doch mit der Wahl von Frau Pezzetta wird der innerparteiliche Konflikt erst recht aufbrechen.

Bereits sammeln sich Leute, welche nach ihrer Wahl aus Partei austreten werden. Nein, nicht aus der FDP, sondern aus der FDP Baselland.

Denn man kann auch nur Mitglied der FDP-Schweiz sein. Und dann macht man auf lokaler Ebene weiter, als sei nichts passiert.

Mit dem Vorteil, dass man zu allem, sofern man Lust hat, eine eigene Position veröffentlichen kann.

Denkbar ist somit auch, dass einzelnen Sektionen sich von der Kantonalpartei verabschieden oder zumindest ihre Mitgliedschaft aussetzen werden.

Diese Sektionen bündeln ihre Kräfte in einem entsprechenden Sektionenrat. Über entsprechende Statutenänderungen, allerdings unter dem Dach der Kantonalpartei,  war parteiintern während längerer Zeit diskutiert worden.

PS: Die Frage der Fusion mit Basel-Stadt wird anders als die Theaterabstimmung die Parteimitglieder zu einem Point of no Return führen. Deshalb wird der Parteirat am 15. Mai, der das Thema erstmals behandeln wird, eine Wischiwaschi-Position einnehmen. Doch seit dem Outing von Herrn Saladin sehen sich auch andere, zum Teil recht prominente Exponenten der Partei gezwungen, aus der Deckung zu gehen. Wer das tut, legt sich auf Jahre auf eine Position fest, von der es kein Zurück (no way out) mehr gibt.