Einfach so zu Erinnerung – es ist Sommer (und andere Geschichten)

Gestern im Fernsehen einer der eben 8000 entlassenen Peugeot-Arbeiter: “Ich kann Ihnen sagen, was ich verdiene: tausendfünfhundert Euro im Monat.”

Ich frage mich, wie man mit einem solchen unter-dem-Strich-Lohn leben kann. So viel lebenshaltungskostengünstiger ist  es in der französischen Provinz nun auch wieder nicht.

Da dürften die ebenfalls gestern entlassenen Actelion-Mitarbeiter einiges mehr verdient haben.

Herr Lauber, Gemeindepräsident von Allschwil, CVP, sagt dem Lokalblatt, er nehme diese Entlassungen eher gelassen. Die meisten seien sowieso Grenzgänger oder Inländer, die nicht in Allschwil wohnten. Wird er zitiert. Woraus der Mann knallhart schliesst: kein Verlust bei den Steuereinnahmen, kein Problem mit Entlassungen.

So einfältig kann die Welt eines Gemeindepräsidenten sein.

Wenn wir schon bei den Gemeindepräsidenten sind – die Neue des 700-Einwohnerkaffs Ramschbrg (Ramlinsburg) beklagt sich, dass die Schlafdörfler sich zu wenig in der Gemeinde engagieren. Die aus eigener Kraft nicht überlebensfähige Kleinstgemeinde hat Mühe, “Stellen in der Verwaltung oder Chargen im öffentlichen Leben zu besetzen.” Das sind genau die Kernargumente für Gemeindefusionen im hochsubventionierten oberen Kantonsteil.

PS: Einfach so zu Erinnerung – es ist Sommer. Wetten, dass MeteoSchweiz im August verkündet, dies sei der wärmste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen?

Comments

  1. Stefan Peter says:

    Birnen und Äpfel?
    5 Wochen Ferien, ein paar Feiertage mehr, 35 Stunden-Woche, Krankenkasse inklusive, Restaurantchecks…bei Entlassung eine saftige Abfindung.

    • Helfenberger Pius says:

      Poli-Ticker aus Allschwil
      Bedenklich, wie unbedarft sich der Preesi einer grossen Baselbieter Gemeinde äussert. Aber höchst aufschlussreich, wie ein Mitglied der Partei mit dem hohen C denkt -so er das vor dem Sprechen überhaupt getan haben sollte. So ticken eben (zu) viele dieser Spezies, ganz und gar als (Kirchturm-)Politiker. Da kommt einem unweigerlich Kreislers Nummer vom Poli-Ticker in den Sinn: … “… woher kommt er, und was will er von der Welt!”