Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten

Kurt W. Zimmermann offline

Wir haben es hier ja schon mal geschrieben: Wir sind echte Fans von Herrn Zimmermann. Seine Kolumne gehört mit zu den ersten Beiträgen, die wir lesen, wenn am Donnerstag kurz nach sechs Uhr die neue WELTWOCHE geliefert wird. Sorry Roger Köppel.

Hätte Herr Zimmermann wie 2,2 Millionen andere Schweizer einen Facebook-Account, wir hätten ihn schon längst mit einer Freundschaftsanfrage belästigt. Sei's drum.

Heute führt Zimmi -  wie ihn seine Redaktionskollegen liebevoll nennen - den geneigten WELTWOCHE-Lesern vor Augen, dass man selbst als Chefredaktor mit Journalismus praktisch nichts verdienen kann. Erst wer die Seite wechselt, kann seine 400'000 Franken verdoppeln und wie Edgar Oehler oder Roger Schawinski in die Millionärsliga aufsteigen.

Oder wie Kurt W. Zimmermann, der früher als Journalist auch mal  eine Schreibmaschine malträtiert hat und heute Golf spielt. (Wir könnten jetzt diese amerikanische Studie zitieren, wonach es eine Korrelation zwischen Unternehmenserfolg und Handicap des CEOs geben soll: je tiefer das Handicap desto schlechter die Performance. Aber man soll nicht übertreiben und dies nicht mit seinem Abgang von der Konzernleitung des Tagi in Verbindung bringen. Das war ein "völlig normaler Prozess" gewesen.)

Doch bleiben wir bei Herrn Schawinski: Herr Zimmermann ist dessen Entsprechung im Print. So ziemlich alles, was heute State of the Art im Print ist, war Kurt W. Zimmermanns Idee. Beispielsweise jene von Herrn Murdoch mit der Times. Die soll vom Netz und zwar komplett, d.h. auch Suchmaschinen wie Google sollen künftig keinen Zugriff mehr auf die Times-Artikel haben. Nur wer zahlt, soll lesen dürfen.

Herr Zimmermann ist in Südtirol Herrn Murdoch um Jahre voraus. "ff" heisst das Wochenmagazin, dass ihm gehört. Und mit dem hat er, wie er letzte Woche geschrieben hat, Erstaunliches erreicht: Weil es keine Onlineausgabe gibt, kein einziger Artikel online zu lesen ist, seien die Abozahlen in den letzten Jahren um sage und schreibe 21 % gestiegen. 

Das ist Weltrekord, was nun den WELTWOCHE-Verleger-Herausgeber-Chefredaktor ziemlich euphorisch stimmt. 

Was Herr Köppel jedoch nicht weiss und Herr Zimmermann tunlichst verschwiegen hat: In Südtirol läuft derzeit eine Alphabetisierungskampagne. Jeder, auch Frauen, der den Lesetest besteht, bekommt ein Jahresabo "ff" geschenkt. 

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Offline soll geil sein?

  • Von: rumpelstilz zwei
  • , 10. Juni 2010,
  • 09:37

Lieber M.M. Offline soll also geil sein.Murdoch/Zimmermann das Mass aller Dinge?Weit gefehlt,das Rad der Geschichte lässt sich wohl in Zeiten von Cyber nicht mehr zurückdrehen.Zum Glück! Ein Blättchen ff in irgendwo,das die Auflage von nix um 21 % steigert,ist kein trendsetting.Herr Zimmermann,der ach so Erfolgreiche,war auch Erfinder der Erfolgsblatts "facts",das TA-Media einige Millionen Verlust eingefahren hat.Davon schreibt natürlich Zimmi nirgends,man will ja eiwg Klassenbester bleiben.

Alles nur Neidhammel

  • Von: Blacky
  • , 10. Juni 2010,
  • 12:08

Was soll denn diese Neidhammelei? Zimmi schreibt gut. Er war ein hervorragender Fussballer, ein Spielmacher, eine echte Nummer 10 (was ich als sein ehemaliger Kollege zwischen den Pfosten beurteilen kann). Und hätte es damals schon FCB-Fantasielöhne gegeben: Zimmi wäre vor 30 Jahren längst Millionär gewesen. Dafür sind wir beide jetzt zu alt, gäll Zimmi. Aber klüger. Gruss nach Bozen!9FB9C

Neidhammel??? gehts noch?

  • Von: rumpelstilz zwei
  • , 10. Juni 2010,
  • 13:11

Ich wüsste nicht,wo da Neid sein soll ! Ich stamme nicht aus der Medienbranche.Es geht allein darum,dass man jetzt versucht,Cyberdemokratie abzubauen.man verdammt auf der einen Seite Länder,die das Netz zensurieren wie China oder die Türkei;auf der anderen Seite soll es aber statthaft sein,Informationen wieder nur jenen zukommen zu lassen,die finanzielle Ressourcen dazu haben.Wie ehedem sollen Menschen aus finanzschwachen Ländern wieder keinen Zugang zu Informationen und Bildung haben,wenn es nach der Murdoch-Logik geht.Das Rad làsst sich zum Glück nicht mehr zurückdrehen.

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