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Klimawandel: Wurmfortsätzlein statt Hockey Stick

Herr Speicher ist Wissenschaftsredaktor bei der NZZ. Er hat gestern, selbst durchs Papier noch heute hörbar, aufgeatmet. Denn er konnte eine gute Nachricht verkünden:

Klimaforscher erneut entlastet, Keine Hinweise auf Fehlverhalten

Es geht um die Climategate-geschlagenen Klimaforscher von der University of East Anglia. Sei alles in Ordnung. Niemand habe irgendwas gefälscht.

Das hätten unabhängige Experten festgestellt. Das ist doch schön. Offensichtlich haben die Experten nicht gefragt, was mit den Rohdaten für die Klimaberechnungen geschehen ist, die in East Anglia aufgrund der etwas mangelhaften Archivgewohnheiten verschwunden sind.

Ähm, doch, zu den Archivierungsmethoden sagen sie was, schreibt Herr Speicher irgendwo ab, ohne die Quelle zu nennen:

Die Forscher hätten der Archivierung der Daten und der von ihnen verwendeten Algorithmen zwar mehr Aufmerksamkeit schenken können, kritisiert der Bericht; der Vorwurf der bewussten Fehlinterpretation von Daten sei aber unhaltbar.

Aha, nicht bewusst fehlinterpretiert. Denn nicht die von East Anglia sondern andere sind schuld:

Die Forscher hätten in ihren Publikationen vielmehr wiederholt auf Unstimmigkeiten zwischen verschiedenen Temperatur-Rekonstruktionen hingewiesen. Der Bericht findet es zwar bedauerlich, dass die Ergebnisse der Forscher vom IPCC und von anderen manchmal vereinfachend dargestellt worden seien, in den untersuchten Publikationen sei dieser Fehler jedoch nicht gemacht worden.

Doch dann folgt der Satz, der doch eigentlich jedem Journalisten eine kritische Bemerkung abringen müsste. Herr Speicher ist er nicht mal einen neuen Absatz wert:

Kritik übt das Gremium allerdings daran, dass die Forscher es versäumt hätten, mit professionellen Statistikern zusammenzuarbeiten. In einem Gebiet, das derart von statistischen Methoden abhänge, sei das sehr erstaunlich.

"Sehr erstaunlich".... Okay, die haben also statistische Reihen erstellt, ohne eine Ahnung von Statistik zu haben. Und Herr Speicher schreibt das einfach so ab.

Denn statistische Methoden können beispielsweise die grafische Darstellung des Klimawandels beeinflussen. Da gibt es beispielsweise den Statistiker Prof. David Hand. Der war auch in einer Untersuchungskommission in Sachen Climategate und East Anglia beschäftigt.

Der sagte vor ein paar Tagen dem Telegraph: "Die Hockey-Stick-Grafik war überzeichnet". Hätte man gemäss Hand nämlich seriösere statistische Methoden angewandt, sähe die berühmte Hockey-Stick-Grafik etwas anders aus:

He said the graph, that showed global temperature records going back 1,000 years, was exaggerated – although any reproduction using improved techniques is likely to also show a sharp rise in global warming. He agreed the graph would be more like a field hockey stick than the ice hockey blade it was originally compared to.

Er mutiert zu einem Wurmfortsätzlein, zu einem Bip der Klimageschichte:

hockey stick grafik

Kommentare RSS: title= Kommentare als RSS-Feed

Eines ist klar, wenn die Atmosphäre weiterhinl

  • Von: M. Schöpfer
  • , 01. Mai 2010,
  • 19:47

mit Kohlekraftwerken, Oel- und Gaskraftwerken, Auspuff- und Heizungsschadstoffen verpesstet wird, wird die Menscheit eines Tages vor Atemnot am Boden liegen, und dann halt eben nicht mehr einen Bip sagen.

Zudem sieht man wie die zahlreichen oekologischen Katastrophen die Umwelt zerstören. Ich nenne hier ein paar in abgekürter Hocke-Stick - Graphick:

Jahr 0 bis 1000 - ein paar Rauchwolken von Lagerfeuern, oder abgefakelten Strohhütten....
Ausschlag 0,000001 auf der Scala

Jahr 1000 bis 1900- ein paar Abflüsse in Seen, und Flüsse, Fekalien und ein paar wenige Umweltgifte, ein paar Lagerfeuer mehr....
Ausschlag 0,000002 auf der Scala

1900-1950- Oelfeuer, Gasfeuer, Kohlefeuer, steigende Bevölkerung und viel mehr "Lagerfeuer"..
Ausschlag 0,100000 auf der Scala

1951-2010
-Kohlekraftwerke, Gas- und Oelkraftwerke, Mobilität, Atomenergie
Ausschlag 50,00000 auf der Scala

Nie vorher dagewesene Ereignisse
- Tschernobyl
- Exon Valdez
- Three Miles Island
- Deep Horizon
-etc etc etc

Wenn Sie mich fragen, müsste die Graphik also so aussehen,

.
.
.
.........................................
0 1000 2000

Wir haben einen nie dagewesenen Raubbau und eine nie dagewesene Umweltverschmutzung. Nur mittel erneurbarer Energien können wir die Umweltverschmutzungen in Zukunft wieder auf ein erträgliches Mass reduzieren.

Klimagate hin oder her. An diesen Faktenkommt man nicht vorbei

Nicht fehlinterpretiert?

  • Von: Ben Palmer
  • , 21. April 2010,
  • 22:34

"However, the lead scientist involved, Michael Bailee, said that the oak ring data requested was not relevant to temperature reconstruction records.

Although ancient oaks could give an indication of one-off dramatic climatic events, such as droughts, they were not useful as a temperature proxy because they were highly sensitive to water availability as well as past temperatures, he added.
[...]
"In my view it would be dangerous to try and make interpretations about the temperature from this data."

http://climateaudit.or... />
Michael Mann, überzeugter Hockeyspieler und Erfinder des Hockey Stick, verwendete in seinen Studien insgesamt 119 Eichen-Chronologien, die besser als Niederschlagsmesser denn als Thermometer geeignet sind.

Bin gerade am Lesen von "Hockey Stick Illusion" http://bishophill.squa... absolut lesenswert!


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