Arlesheimreloaded - Mäuse schultern Elefanten
Grüne im Hoch putzen erneut die SP ab
Von M. M., 19. April 2007 – 17:25:00
Darauf habe ich eigentlich schon länger gewartet: Die Sozialistisch-Grünen übernehmen in der Anti-Atomfront die Leaderposition und verweisen die Altkämpen der SP auf den Sozius. Die Agenturen melden heute:
Die Grünen rufen eine neue Anti-AKW-Bewegung ins Leben und führen im September eine nationale Grossdemonstration auf dem Bundesplatz in Bern durch.
Die Strategie ist denkbar einfach: Man wird alles tun, um ein als machbar eingestuftes Endlager zu verzögern und die weitere Diskussion darüber mit derjenigen über den Bau eines neuen Atomkraftwerks verbinden. Und dieses Paket soll dann dem Volk unterbreitet werden, Himmel (Komfort) und Hölle (Endlager) vereint.
Die SP sieht trotz den etwas weinerlichen Beschwörungen des Anti-Atomvordenkers Rechsteiner vor zwei Tagen in der baz ("Wir sind grüner als die Grünen.") ziemlich alt aus. Und wird heute nach dem Absturz in Zürich gleich nochmals abgeputzt.
Zum einen haben die Sozialistisch-Grünen schon mal vorsorglich den Referendumspflock gegen den Bau eines neuen Atommeilers eingeschlagen:
Die Grünen werden gegen eine allfällige Rahmenbewilligung das Referendum ergreifen.
Zum anderen erklären sie die Sozialdemokraten zu ihrem Juniorpartner, den man als Verbündeten gegen die Atomkraft namentlich nicht mal mehr nennen muss:
Die Grünen suchen den Kontakt zu gleich denkenden Organisationen.
Die Fronten klären sich. Die Energiefrage wird zum beherrschenden Thema der Parteien für den Herbst werden. Ob das die Bürgerinnen und Bürger auch so sehen, steht (noch) in den Sternen. Aber die sind derzeit auch nicht gefragt.
- 4.0
- | Kategorie: Wahlen '07
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Kindlicher Appell
- Von: PAULE
- , 19. April 2007,
- 20:14
Und dazu passt, dass unsere ARD auf die wirklich umwerfende Idee kam, ein Kind zum Klimawandel zur TV-Nation sprechen zu lassen. Da erzählte eine 13jährige zu bester Sendezeit ganz streberhaft wie sie mit ihrer Familie zu Hause versucht Strom zu sparen und appellierte an die Automobilkonzerne doch bitte sparsamere Autos zu bauen. Die Schülerin aus Berlin machte deutlich, dass sie schließlich auch noch ein ganzes Stück länger auf diesem Planeten verbringen muss, als all die Leute, in deren Händen es liegt, ob beispielsweise halb Deutschland überflutet wird oder auf den Feldern dieser Erde nichts mehr wächst.
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Der Autor
Manfred Messmer ist seit 1986 Berater für strategische Kommunikation und war zuvor während zwölf Jahren als Journalist tätig.
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Anstelle eines Kommentars verweise ich
auf meinen Beitrag "Verfassungskreativität und Verfassungstreue" in Seldwyla, bedaure, dort nicht auch die Referendumsfreude in Seldwyla erwähnt zu haben. Ich frage mich wann der Tag kommt, an dem die ersten Schweizerinnen und Schweizer ausgebürgert werden, weil sie entweder den ökologischen Anforderungen der Grünen oder den patriotischen Anforderungen der SVP für den Erhalt der Staatsbürgerschaft nicht mehr genügen. Dass die Anforderungen auch in unserer Nachbarschaft steigen, hat Ségolène Royal bewiesen, die verlangt, dass in jedem französischen Haushalt eine Trikolore vorhanden sein soll, damit am Nationalfeiertag die Grande Nation über die Toppen beflaggt werden kann. Wenn diese Formalismen Schule machen sollten, werden Seldwylas Fundamentalisten das Tragen des Schweizerkreuzes auf dem Revers und das tägliche Absingen des Schweizerpsalms in den Schulen obligatorisch erklären, und anlässlich von Jungbürgerfeiern oder Einbürgerungen werden Jung- bzw. Neubürgerinnen und Bürger eine eidesstattliche Erklärung abzugeben haben, des Inhalts, nie Strom aus Kernkraftwerken verwenden zu wollen. Die wegen Nichterfülllung dieser Anforderungen Ausgebürgerten werden dann entscheiden müssen, wo sie um Asyl ersuchen sollen (bei Putin, mit einem Empfehlungsschreiben von Pistenbauer Bernhard Russi? Oder in China, wo der Bau von Kernkraftwerken parallel zur Förderung von alternativen Energiequellen Teil des nationalen Rahmenprogramms für eine nachhaltige Entwicklung ist?)